Lintorf: Manege frei für Wortakrobaten

Lintorf : Manege frei für Wortakrobaten

Der 4. "Poetry Slam" steigt. Einheizer ist Poet Freddie Brumm, Gewinner des 3. Poesiewettbewerbs.

Das einschlägige Motto "Nichts ist widerlicher als eine sogenannte Dichterlesung" stammt aus Thomas Bernhards Schimpfroman "Alte Meister". Ganz anders verhält es sich, handelt es sich um einen Wettstreit unter Dichtern. So wie bei der neudeutsch Poetry Slam genannten Poesieschlacht. Deren vierte Ausgabe findet jetzt statt.

Austragungsort ist wie bei den vorangegangenen Ausgaben die Manege. Ring frei heißt es im Lintorfer Rund nicht nur für alle Nachwuchs-Poeten, die sich im direkten Wettkampf mit Mitbewerben messen wollen. Mit von der Partie ist auch Freddie Brumm, Gewinner der vergangenen Poesieschlacht. "Diesmal bin ich Anheizer", beschreibt der 23-Jährige seinen Auftritt. "Die Atmosphäre ist einzigartig", beschreibt der Student der Theaterwissenschaften die besondere Stimmung des Jugendzentrums, in der es sich "herrlich performen" lässt. Denn so ein Dichterstreit ist "immer auch Performance, da muss auch stimmlich was passieren".

Theoretisch könnte jeder ein Nachwuchsdichter sein, der von der Bühne herab seinen Text vorträgt. Die Regeln sind einfach: Das Publikum entscheidet per Applausometer, was gefällt. Innerhalb des Zeitlimits handgestoppter sechs Minuten, dürfen diese selbst verfassten Beiträge dargeboten werden. Auf der Bühne ist außer dem Manuskript kein Hilfsmittel erlaubt. Ob Gedicht, Geschichte oder Gesagtes in freier Improvisation - das Publikum fungiert als Jury. Alles zusammen macht den Slam zu einer der spannensten Formate der Bühnenliteratur. "Wer anfängt, sich im Wettbewerb zu messen, will gewinnen. Das ist schön, denn das bedeutet Entwicklung."

Freddie Brumm verfasst seine Texte bevorzugt "komödiantisch mit lyrischen Impulsen". 2014 hatte ihn sein älterer Bruder zu einer Veranstaltung mitgenommen, "Wow! Das will ich auch können!", dachte er. Da er sich schon immer für Literatur und Theater interessiert hat, gerne las und selbst schon kleinere Texte formuliertee, war der Schritt zum Poetry Slammer fix gemacht. Das macht er mittlerweile so erfolgreich, dass er rund um das Poeten-Team des Düsseldorfer "Zakk" in Schulen geht, um dort zu lesen und die Kinder zum eigenen Schreiben animiert. Auch in Sachen Schreibwerkstatt war er als so etwas wie ein Lehrer dabei. "Klein, stickig, heiß und Rock'n'Roll, so ist die Manege" freut sich Freddie Brumm auf die Literaturschlacht. Sein Beitrag wird voraussichtlich eine abenteuerliche Episode im Stile des berühmten Romanciers Jules Verne sein.

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