Heiligenhaus: Märchenhaft: Schüler spinnen Stroh zu Gold

Heiligenhaus : Märchenhaft: Schüler spinnen Stroh zu Gold

Die Welturaufführung des Musikschul-Musicals "Stroh zu Gold" - aus der Feder von Lehrerin Annette Söllinger - in der Aula des Immanual-Kant-Gymnasiums konnte vor großem Publikum überzeugen.

Lisa ist ganz schön in der Bredouille, durch ein Missverständnis glaubt der König die Müllertochter könne Stroh zu Gold spinnen. Was sich dann entspinnt, ist märchenhafter Stoff. "Stroh zu Gold" heißt auch das Musical, dass Musiklehrerin Annette Söllinger gemeinsam mit einer gut zusammen gestellten Besetzung am Wochenende auf die Bühne der Kant-Aula brachte.

Die Welturaufführung aus ihrer Feder konnte dabei nicht nur mit tollen Darstellern und liebevollen Details einen beachtlichen Erfolg feiern - der nicht ganz so heimliche Star des Abends war vor allem die Musik. Die stammt ebenfalls komplett aus Söllingers Feder. Ein eigener Stil war den Liedern anzuhören und doch war die Musik abwechslungsreich. Mal pfiffig und mit Tempo, mal leise und melancholisch. "Die Stücke sind nicht so leicht zu spielen und zu singen", hatte die Komponistin schon bei den Proben erzählt, doch eben genau die Musik war es, die ihre Schüler schon in der Schreibphase für das Projekt "Musikschulmusical" begeistern konnte - wie am Wochenende auch die Zuschauer.

Tolle Darsteller und liebevolle Details machten den Reiz der Heiligenhauser Uraufführung aus. Foto: Achim Blazy

Während die Musikerin und Musikpädagogin das Musical entwickelte hakten ihre Schüler immer wieder nach, wann denn das Musical fertig sei; regelmäßig gab es für den Chor dann einzelne Szenen und Musikstücke. "Seitdem ist mir das Herz mehrfach in die Hose gerutscht beim Gedanken an den langen und steinigen Weg bis zur Aufführung", sagt die Autorin.

Nachdem sie das Stück geschrieben hatte, übernahm sie die Regie, bei den Aufführungen am Wochenende saß sie im Orchestergraben. Unterstützung bei den Choreografien gab es von Tänzerin Daniela Hepke. Und so standen viele Köpfe auf oder saßen mit ihren Instrumenten vor der Bühne. Noch einmal eine Vielzahl an Helfern unterstützte bei den umfangreichen Vorbereitungen. Herausgekommen ist ein eine tolle Eigenkreation, die sich sehen und hören lassen kann.

Leider trübten viel zu lange Umbaupausen den Erfolg der Premiere ein wenig, das hätte man besser organisieren können. Auch wenn sich Annette Söllinger als Mutter des Stückes für die langen Pausen entschuldigte: Die stetigen Unterbrechungen hemmten den Fluss und den Rhythmus des Stückes. Auffangen konnte das aber die Spielfreude und Harmonie des jungen Ensembles, und vor allem auch die des Orchesters.

Das setzte sich sowohl aus Mitarbeitern als auch aus Schülern der Musikschule zusammen, die sich wunderbar einfügten. Und so zählen solche Veranstaltungen mit Sicherheit zu den schönsten Gründen für eine städtische Musikschule, denn auf der Bühne zeigt sich erst, wie viel Talent in den jungen Musikern steckt - es muss nur entdeckt und gefördert werden.

(sade)
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