Lintorf. Ronja Räubertochter in der Heinrich-Schmitz-Schule

Lintorf : Grundschulbühne verwandelt sich in einen Räuberwald

Dafür sind die knapp 120 Schüler aller vier Jahrgangsstufen der Heinrich-Schmitz-Schule im Rahmen einer Theaterwoche in die Rolle von Räubern, Graugnomen, Wilddruden und anderen unheimlichen Gestalten geschlüpft.

Ihre Schule hatte sich für die Zeit in einen Räuberwald mit Mattisburg verwandelt.

Zusammen mit ihren Lehrern, den Betreuern der Ogata sowie einigen Eltern haben sie die Geschichte über die Freundschaft von Ronja und Birk, die Kinder zweier verfeindeter Räuberhautmänner, erarbeitet und für die Umsetzung der einzelnen Szenen Akrobatik, Tanz, Gesang und natürlich wilde Räuberkämpfe einstudiert.

Begleitet wurden sie dabei von Theaterpädagogen des Kölner Theatercircus. Die Fachleute aus der Domstadt brachten fast alles mit, was für die Durchführung des Projektes notwendig war. Neben ihrem fachlichen Know-How hatten sie auch eine genaue Planung, wie die einzelnen Szenen auszusehen haben, sowie Übungen für zwischendurch, um Bewegung und Stimme zu schulen, im Gepäck. Kostüme und Requisiten durften selbstverständlich auch nicht fehlen.

Da Lehrer, Betreuer und Eltern bisher noch keine Erfahrungen mit der Durchführung von Theaterprojekten in dieser Größenordung hatten, bekamen sie zunächst einmal eine mehrstündige Einweisung in die Grundzüge der Theaterpädagogik.

Dann studierten sie das Stück in Kurzfassung selber ein, um es den Kindern vorzuführen, damit diese die Geschichte kennenlernten und sich für eine Rolle entscheiden können, die sie selber spielen möchten.

Mehrere Projektgruppen wurden gebildet, betreut von jeweils zwei bis drei Erwachsenen, die in den Klassenräumen und auf dem Schulhof die einzelnen Szenen einstudierten und auch gemeinsam analysierten, was vielleicht verbessert werden könnte. Für jede Gruppe gab es auch ein Coaching auf der Bühne in der Aula mit Theaterpädagogen Herbert Hasters. Er sparte nicht mit Lob, kritisierte aber auch und gab hilfreiche Tipps, wie die Schauspieler das Publikum geschickter in ihren Bann ziehen können. „Ob die Choreographie am Ende zu 100 Prozent stimmt, ist relativ egal. Es ist viel wichtiger, dass die Kinder euphorisch dabei sind“, erklärte er den Betreuern. „Sagt nicht den anderen, was sie machen sollen und schaut nicht immer auf sie, was sie tun. Macht euer Ding, seid einfach Räuber“, meinte er an die Gruppe Schüler gewandt, die grade einen wilden Räubertanz auf der Bühne probten. Bei der Generalprobe am Freitag wurden erstmals alle Einzelzenen zusammen gespielt. Am Tag darauf gab es dann zwei Vorstellungen für Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte.

Die Kinder waren alle mit viel Engagement und Spaß bei der Sache. „Es war eigentlich ganz leicht, wir waren schnell im Thema drin. Aber wir mussten trotzdem ganz viel proben, dass alles richtig abläuft und wir zum Beispiel nicht an den falschen Stellen lachen“, erzählte Zweitklässlerin Kimberly. Sie spielte einen der unheimlichen Graugnome. „Besonders toll fand ich unserer Kostüme und dass wir geschminkt werden“, sagte sie. Gegen eine Wiederholung des Projektes im kommenden Jahr hätte sie überhaupt nichts einzuwenden.

Für die Kinder ist eine Projektwoche immer eine ganz neue Erfahrung, einmal etwas ganz anderes als der reguläre Schulunterricht. Bei diesem Theaterprojekt bekamen sie Möglichkeit, einmal unter fachlicher Anleitung intensiv Theaterluft zu schnuppern.

„Sie konnten einmal in eine andere Welt abtauchen und eine neue Rolle schlüpfen. Bei der Inszenierung gibt es keine Hauptdarsteller, die im Vordergrund stehen. Es soll vielmehr ein Werk sein, dass wir gemeinsam erschaffen haben und bei dem alle gleich wichtig sind. Es haben alle Beteiligten viel Herzblut und Zeit in das Projekt gesteckt. Einige Eltern haben sich sogar extra Urlaub genommen, um mit dabei zu sein“, sagte Schulleiterin Britta Brockmann.

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