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Lintorf: Lintorf kämpft um neuen Fußballplatz

Lintorf : Lintorf kämpft um neuen Fußballplatz

Die Jugendabteilung des SC Rot-Weiß Lintorf gehört zu den größten im gesamten Kreis, doch der Nachwuchs muss auf andere Plätze ausweichen, weil ein altes Spielfeld noch nicht saniert wird. Kosten: rund 1,3 Millionen Euro.

Der SC Rot-Weiß Lintorf (RWL) hat ein Problem, um das ihn andere Vereine beneiden: Der Nachwuchs rennt dem Klub die Bude ein. Und die Vereinsspitze um den Vorsitzenden Harry Frielingsdorf weiß überhaupt noch nicht, wie die Trainingsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in ferner Zukunft aussehen werden. Zurzeit ist die Improvisationskunst ein fester Wegbegleiter für Trainer, Spieler und Eltern, die den Nachwuchs kontinuierlich durch die Gegend fahren — mal nach Angermund, mal nach Breitscheid oder auch mal zum neuen Keramag-Sportpark. All dies kostet Zeit — und mitunter auch Nerven. Doch eine Besserung der angespannten Lage scheint erst einmal nicht in Sicht zu sein.

Rückblende: Am vergangenen Donnerstag nahm Frielingsdorf an der Sitzung des Bezirksausschusses Lintorf/Breitscheid teil. Die angekündigte Vorlage der Verwaltung gab es nicht. Grund: Es herrsche noch interner Beratungsbedarf. In dieser Ausarbeitung stellt die Stadt dar, was für den Klub konkret machbar sein könnte. So soll der alte Tennenplatz mit Kunstrasen versehen werden, zudem wäre es möglich, ein Kleinspielfeld zu errichten. Geschätzte Kosten des Gesamtpaketes: rund 1,3 Millionen Euro. "Wir brauchen mindestens einen weiteren bespielbaren Platz", betonte Frielingsdorf. Ein Grund: An einem Samstag seien bis zu zwölf Jugendspiele abzuwickeln, der neue Kunstrasen und ein Kleinspielfeld würden die Spiel- und Trainingssituation insgesamt deutlich entschärfen. "Eine Flutlichtanlage gibt es ja bereits", betont der RWL-Chef.

Zurzeit hat die Jugendabteilung rund 400 Mitglieder — das ist ein Spitzenwert im Fußballkreis Düsseldorf. Frielingsdorf weiß, dass andere Stadtteile wie Homberg in Sachen Sportstätten-Sanierung zuerst an die Reihe kommen mussten, "dafür haben wir auch volles Verständnis". Doch an der Baumaßnahme in Lintorf führe kein Weg vorbei, unterstreicht der Vorsitzende.

Die Initiative, den hinteren Bereich der Lintorfer Anlage grundlegend sanieren zu lassen, kam in der Vergangenheit aus den Reihen der Politik (FDP und Bürger Union). Die Verwaltung verhielt sich — angesichts der düsteren wirtschaftlichen Entwicklung — bewusst defensiv. Und: Bei solchen Maßnahmen sitzt auch immer der Kämmerer mit im Boot — und der sprüht angesichts der Lücken im Etat nicht gerade vor Euphorie. Um die Maßnahme zügig voranzutreiben, müsste man jetzt noch Mittel im Etat 2013 bereitstellen — mit einer Verpflichtungsermächtigung für 2014. Dann könnte das Projekt im kommenden Jahr starten. Ob dies klappen wird, ist allerdings fraglich.

Die Stadt betont in der aktuellen Vorlage: "Eine Einplanung der Mittel anlässlich der Haushaltsplanverabschiedung 2013 ist finanziell nicht zu verantworten." Zuerst müsse — zumindest teilweise — eine Refinanzierung sichergestellt sein. Frielingsdorf befürchtet, dass die mögliche Reparatur der Eissporthalle einen Strich durch die gesamte Rechnung machen wird. Doch davon könne keine Rede sein, heißt es im Rathaus. Es sei aber auch eine Tatsache, dass man den Bau eines Sportparks am Götschenbeck, der rund 6,9 Millionen Euro gekostet hat, heute nicht mehr realisieren könnte.

(RP/rl)