Liebfrauenschule Ratingen „Mister Music“ hinterlässt Klangzauber

Interview | Ratingen · Nach 37 Jahren mit über 100 Konzerten an der LFS ist für den Musiklehrer Schluss. Seine persönliche Bilanz - mit einer guten Nachricht für den Ehemaligenchor.

 Genau so kennen Schüler, Eltern und Lehrerkollegen den Mann am Dirigentenpult.

Genau so kennen Schüler, Eltern und Lehrerkollegen den Mann am Dirigentenpult.

Foto: RP/LFS

Nach 37 Dienstjahren - davon 30 als Musik- und Kunstlehrer an der LFS Ratingen - tritt André Schürmann zum Ende dieses Schuljahres offiziell von der Bühne ab. Im Gespräch berichtet der Chor- und Bandleiter auch darüber, wie sich der Klangzauber der Musik auf seine persönliche und berufliche Laufbahn ausgewirkt hat.

Wieviele Konzerte haben Sie als Chor- und Bandleiter an der Liebfrauenschule dirigiert?

André Schürmann Alles in allem etwas über 100. Dazu kommen auch noch einige Auftritte mit der Band und dem Chor an anderen Orten.

Welches dieser Konzerte hat Sie besonders nachhaltig beeindruckt?

Schürmann Es gab fast in allen Konzerten ganz besondere Momente, die auch das Publikum in den Bann gezogen haben. Sehr intensiv war auf jeden Fall „Komm wir ziehen in den Frieden“ beim Sommerkonzert 2019.

Was macht das besondere Klima an der LFS Ratingen als einer Realschule mit musikalischem Schwerpunkt aus?

Schürmann Das ist die intensive Arbeit in den Musikarbeitsgemeinschaften. Diese Arbeit bildet eine vertrauensvolle und intensive Gemeinschaft, wie sie im normalen Unterricht selten vorkommt.

Warum sollte jedes Schulkind ein Instrument lernen?

Schürmann Musik ist ein wichtiger Kulturbotschafter. Musik vermittelt zwischen Kopf und Hand und bildet Sozialkompetenz. Sie fördert nachgewiesenermaßen die Intelligenz und die emotionalen Fähigkeiten. Wo musiziert wird, entsteht ein friedliches Miteinander.

Welche Kompetenzen werden Jugendlichen vermittelt, die sich in einem Chor oder einer Band engagieren?

Schürmann Durchhaltevermögen: Am Anfang scheint das Ziel fern, aber man erlebt, dass man es erreichen kann. Sozialkompetenz: Mitarbeit in einer Gemeinschaft, die ein gemeinsames Ziel hat. Zuhören können: Immer wieder genau hinhören und sich darauf einstellen. Bereitschaft zur Feinarbeit: Dabei kommt es auf die Koordination vieler „Kleinigkeiten“ an. Bereitschaft, etwas von sich für andere zu geben: Singen ist etwas sehr Persönliches.

 In welchen Momenten ist Musik für Sie magisch?

Schürmann Ob Freude, Erfolg, Trauer, Schmerz oder Leidenschaft. Musik ist im Leben immer dabei. Wenn wir diese Gefühle in den Konzerten auf die Bühne holen können, entstehen magische Momente, die das Publikum spürt und oft zu Tränen der Freude oder Rührung hinreißen.

Welche Songs gehören zum Soundtrack Ihres Lebens?

Schürmann Viele - aus jeder Lebensphase. Von den ersten Songs, die wir in unseren ersten Bandformationen in Düsseldorfer und Ratinger Clubs gespielt haben über Soulmusik, Jazzrock und guten Pop bis zur klassischen Musik wie „Nessun Dorma“ oder „Stabat Mater“ von Pergolesi, das wir auch schon mit dem Chor gesungen haben. Ich liebe sie alle.

Gibt es einen Musikstil, den Sie überhaupt nicht mögen?

Schürmann Heavy Metall erschließt sich mir oft nicht und „dümmliche“ Popmusik, langweilig und nervtötend - siehe ESC!

Was halten Sie von musikalischen Talent-Shows im TV?

Schürmann Im Fernsehen geht es nicht um Können oder Qualität, es geht nur um Einschaltquoten. Daher ist es sehr fraglich, was da gemacht wird.

Konzerte der Schule an der Schwarzbachstraße haben eine Jahrzehnte lange Tradition und sind Publikumsmagneten.

Konzerte der Schule an der Schwarzbachstraße haben eine Jahrzehnte lange Tradition und sind Publikumsmagneten.

Foto: Anja Reich

Welche Pläne haben Sie für Ihre persönliche Zukunft?

Schürmann Ich werde mich wohl weiter mit Musik, Malerei und Fotografie beschäftigen. Außerdem wollen wir noch viel reisen. Der LFS werde ich stark verbunden bleiben und mit organisatorischer Erfahrung, Rat und Tat weiter zur Seite stehen. Den Ehemaligenchor werde ich auf jeden Fall weiterführen.

(RP)
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