Heiligenhaus: Lernen ohne Hindernisse

Heiligenhaus: Lernen ohne Hindernisse

Mit Geld aus dem Konjunkturpaket II konnte die VHS einen barrierefreien EDV-Raum einrichten. Behinderte aus dem Umkreis lernen dort den Umgang mit dem Computer. Es werden noch Helfer für neue Projekte gesucht.

Die Velberterin Daniela Kanapien schreibt gern E-Mails und surft im Internet. Im Umgang mit dem Computer hat sie sich viel selbst beigebracht, aber einiges kann man eben immer noch lernen. Deshalb hat sie sich, wie viele andere Menschen, für einen Kurs an der Volkshochschule entschieden. Aber für die Rollstuhlfahrerin war es bis vor kurzem nicht leicht einen Computerkurs zu finden, in dem sie sich ohne Probleme alleine bewegen kann.

In Heiligenhaus nutzt sie nun den ersten barrierefreien EDV-Raum im Zweckverbandgebiet der VHS. "Ich finde den Computerraum klasse, denn er hat viele Vorteile", berichtet sie. Treppen hindern sie jetzt nicht mehr daran, zu lernen. Barrierefrei – das heißt, dass nicht nur der neue EDV-Raum ebenerdig liegt, sondern auch, dass die Toiletten gut zu erreichen sind.

Bei der Einrichtung und Betreuung des Raumes arbeitet die VHS eng mit den Vereinen Pro Mobil und der KoKoBe Mettmann Nord (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit Geistiger Behinderung) zusammen. Hermann Flaßpöhler, Leiter der VHS ist stolz darauf, ein solches Angebot im Kreis Mettmann präsentieren zu können. "Aber man braucht viel Unterstützung und Förderer, um so ein Projekt umsetzen zu können."

5000 Euro hat die Einrichtung, samt neuer Laptops gekostet. "Die Mittel dazu kommen auch aus dem Topf des Konjunkturförderprogramms II", sagt VHS-Verbandsvorsteher und Stadtkämmerer Michael Beck. Für alle Beteiligten ist der neue Raum eine Herzensangelegenheit. "Es geht vor allem darum, ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und solche Angebote, eben auch zur beruflichen Weiterbildung, zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund soll der Raum vor allem Modellcharakter haben und Vorbild für andere Städte sein", so Vera Frühauf, Sozialpädagogin von der KoKoBe.

Erweiterung ist schon geplant

Auch die Anreise sei ein Problem. Weil ein solches Angebot eben noch nicht flächendeckend verfügbar ist, reisen die Interessenten sogar aus Langenfeld und Solingen an. Dazu die Geschäftsführerin von Pro Mobil Margit Benemann: "Deshalb sollte es ein Anreiz für jede Stadt sein, barrierefreie Freizeiteinrichtungen sowie Bildungsmöglichkeiten erreichbar zu machen."

Für den Computerraum sind noch Erweiterungen der Laptops geplant, für Menschen mit anderen Behinderungen. So sollen bald Spezialmäuse und Blindentastaturen angeschafft werden. Dafür werden noch Menschen gesucht, die das Projekt unterstützen wollen, denn die Kosten für diese besonderen Eingabegeräte liegen weit höher, als für die nichtbehinderter Menschen – aber sie eröffnen neue Welten.

(RP)