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Heiligenhaus: Leckeres aus Frankreich in der Abtsküche

Heiligenhaus : Leckeres aus Frankreich in der Abtsküche

Passend zur Ausstellung "Wasser und Wein" gab es im Museum ein französisches Wochenende – mit großem Andrang.

"Vive la France" war es hundertfach beim französischen Wochenende im Museum Abtsküche zu hören. "Ich liebe das Land der Gourmets mit dieser oft noch spürbaren Leichtigkeit des Seins und der Heiterkeit oder Melancholie ihrer Musik", betonte Reinhard Schneider. Und so arrangierte der Museumskustos in diesem Jahr ein Fest mit romantischem Flair, ob musikalisch oder mit den prächtigen mit Sonnenblumen und Lavendel geschmückten Marktständen und den vorwiegend lukullischen Köstlichkeiten.

Da lag schon ein die Sinne betörender Duft und eigenartiger Zauber über dem Ausstellungsraum und setzte sich fort in der urigen Museumsschenke. Hier fand Freitag der musikalische Auftakt statt. Dicht gedrängt saßen die zahlreichen Gäste und lauschten verzaubert dem französisch singenden Kölner Duo "Toi et Moi". Zwei hochbegabte junge Musiker stellten sich als "Singer & Songwriter" mit selbst geschriebenen Texten und Eigenkompositionen vor. Wobei das klare, warm timbrierte Stimmpotenzial von Julia Klomfaß mit dem tenoralen Timbre von Raphael Hansen prächtig harmonisierte.

Im instrumentalen Wechsel von begleitenden Gitarren, (Raphael u. Julia), Akkordeon, Mandoline, Piano und einer singenden Säge (Julia) wob das Duo zu seinen Songs reizvolle Klangteppiche mit vorwiegend melancholischem Charakter. Da dominierten in den Texten Geschichten von den Leiden und romantischen Freuden der Liebe, von Sehnsüchten und Träumen innerhalb des grauen Alltags. Wobei die leisen Töne sich ab und an in ihrer Klarheit kammermusikalisch den Kunstliedern annäherten. "Einfach Spitze", jubelte Sänger Hugo Neuer, und das Duo beurteilte mit diesem Superlativ das Flair des Museums für Alltagskultur. Die französischen Kultchansons à la Piaf, Brassens, Aznavour oder Brel untermalten – aus der Konserve – an den Markttagen stimmungsvoll das Ambiente. In der Halle residierte am Elsässer Weinstand Museumskustos Schneider als Edel-Clochard, bot Kostproben, degustiert mit dem schon legendären Brie de Meaux.

Ausgefallenen Käse hatten Merle Lotz und Jürgen Karrenberg extra aus den Alpen des Destrikts Savoyen importiert: halbfesten Schnittkäse "Tomme de Savoie", Weichkäse "Reblochon" und Rohmilchkäse "Abondance". Ebenfalls in ihrem Angebot: Gläser mit "Schwein und Chili", "Kaninchen mit Pflaumen", "Ente mit Armagnac", Fonduesoßen, Dijonsenf, ausgefallene Konfitüren. Die importierten süßen Delikatessen erweiterte Katinka Schneider mit typisch französischen Eigenkreationen. Den Duft des Lavendels, ob in natura oder in künstlerischen Arbeiten, versprühte Monika Dietz in unterschiedlichen Impressionen. Da wurde das "Vive la France" zur Hommage an das Nachbarland ein Muss.

(ror)