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Lebensmittelhändler geben blaue Kassenzettel aus

Einkaufen in Ratingen : Immer mehr Kassenzettel sind blau und länger als früher

Geschäfte rüsten ihre Kassen um und tauschen sukzessive das Papier aus. Der Kassenzettel enthält jetzt zusätzliche Angaben. Kunden können ablesen, wie lange der Kassiervorgang gedauert hat.

Viele Ratinger werden sich nach ihrem Einkauf schon gewundert haben. Der einstmals weiße Kassenzettel ist jetzt blau und meist länger als vorher. Warum ist das so?

Seit dem 1. Januar 2020 gilt eine gesetzliche Belegerteilungspflicht. Das heißt: Jeder Kunde muss einen Kassenbon erhalten. Viele wollen ihn gar nicht. Der Händler kann aber nicht anders. Bietet er keinen Bon an, kann das Ärger mit dem Finanzamt geben. Ob der Kunde nun will oder nicht, elektronisch wird der Kassenzettel auf jeden Fall erstellt und manipulationssicher gespeichert.

Mit der Änderung der Gesetzeslage ging in vielen Geschäften eine Umrüstung der Kassen einher. Kassen mussten bis 1. April 2021 angepasst werden. Der Edeka-Verbund, zu dem auch Netto gehört, erklärt: „Im Zuge der Belegerteilungspflicht haben wir im genossenschaftlichen Edeka-Verbund auf eine umweltfreundlichere Alternative zum herkömmlichen Thermopapier umgestellt. Das Papier mit einer charakteristisch bläulich-grauen Färbung ist phenolfrei und FSC-zertifiziert, kommt ohne chemische Farbentwickler aus und ist daher recycelbar. Die Bons können im Altpapier entsorgt werden, sollten sie nicht mehr benötigt werden.“ Bisher gehörten Kassenbons in den Restmüll.

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In vielen Märkten sind die blauen Bons bereits im Einsatz. So auch in den meisten Edeka-Märkten, die von selbstständigen Kaufleuten geführt werden. „Die neuen Kassenbons verblassen nicht mehr, wenn sie Licht oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden“, erklärt eine Edeka-Sprecherin. „Sie sind außerdem unempfindlich gegen Weichmacher, wie sie etwa in Klarsichtfolien und Ledergeldbörsen eingesetzt werden. Die Kassenbons sind daher beständig und bei Bedarf langlebig.“ Das bewährt sich, wenn der Kassenbon auch als Garantiebeleg gilt, zum Beispiel beim Kauf elektronischer Geräte.

„Insgesamt sind die Kassenbons aus dem neuen Thermopapier zurzeit die umweltfreundlichste Alternative, um allen Ansprüchen gerecht zu werden. Zusätzlich ermöglichen Thermopapiere hohe Druckgeschwindigkeiten und ermöglichen so einen schnellen Kassiervorgang“, so die Edeka-Sprecherin.

Wie lange genau der Kassiervorgang gedauert hat, wird übrigens ebenfalls auf den neuen Kassenzetteln erfasst. Sie vermerken die exakte Zeit, wann das erste Produkt über den Scanner gezogen wurde und die Zeit, zu der der Kassenbon digital an eine Cloud übergeben wurde. Und wer jetzt immer noch kein Papier möchte: „Bei Edeka können Kunden ihren Einkauf auch mit der Genuss+ App auf ihrem Smartphone bezahlen und einen digitalen Bon erhalten“, so die Sprecherin.