Ein geschenkter Tag : Laufen für Mira

Vor fünf Jahren verunglückte Birgit Rohdemanns Tochter tödlich. Am 29. Februar möchte sie mit einem Spendenlauf an Mira erinnern.

Wenn Birgit Rohdemann gefragt wird, wie viele Kinder sie hat, sagt sie: „Zwei Töchter, Mira und Lena. Mira ist zwar nicht mehr hier bei mir, aber sie ist immer noch da.“ Über den Tod ihrer Tochter zu sprechen, fällt ihr immer noch schwer. Nicht nur, weil es so plötzlich und unerwartet geschah, sondern auch, weil ihr Tod so unfair war: „Meine Tochter sah aus wie ein Engel und war auch einer. Sie hat nie schlecht über jemanden geredet, hat immer das Gute in Allem gesehen.“

Mira war erst 27, als sie starb. Sie lebte damals in Münster und führte ein typisches Studentenleben. Sie traf sich mit ihren Freunden, war in einer glücklichen Beziehung, hat als Doktorandin in der Uni gearbeitet. „Sie hatte ein tolles Leben“, erzählt die 59-Jährige. An den Wochenenden habe sie ihre Mutter oft besucht, weil sie ein besonderes Verhältnis zueinander hatten, aber auch, weil sie eine gemeinsame Leidenschaft verbunden hat: das Laufen. Schon früher sind sie gemeinsam gelaufen und haben sich gemeinsam auf Triathlons vorbeireitet.

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Sportbegeistert war Mira schon immer, „genau wie ich“, sagt Birgit Rohdemann. 2015 bereitete sie sich mit ihrer Mutter auf ihren ersten Marathon in Düsseldorf vor. „Sie war mit Leib und Seele dabei und wollte es unbedingt schaffen“. Drei Monate vor dem Termin, am 4. Februar, fuhr Mira morgens mit ihrem Fahrrad durch Münsters Innenstadt und kam bei einem Zusammenprall mit einem Lkw ums Leben. Den Marathon lief Birgit trotzdem, mit Miras Startnummer und ihren Lauffreundinnen.

Für den 29. Februar hat die 59-Jährige einen Spendenlauf privat organisiert, das Geld spendet sie an das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf. Die Strecke verläuft durch das Angertal, durch das sie früher mit Mira gelaufen ist. Sie möchte an ihre Tochter erinnern, aber auch darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Zeit mit Menschen ist, an denen uns etwas liegt. „Wir bekommen einen Tag geschenkt. Diese Zeit sollten wir nutzen, um zusammen zu sein, uns zu freuen und wertzuschätzen, das man sich hat.“ Sie selbst habe erlebt, dass einer der wichtigsten Menschen ihres Lebens plötzlich nicht mehr da ist.

Der 4. Februar ist für Birgit Rohdemann nach wie vor ein schwerer Tag. Das ist für viele unverständlich. „’Es ist doch schon so lange her’ höre ich oft. In einer Gesellschaft, in der wir alle funktionieren müssen, ist Trauer fehl am Platz.“ In diesem Jahr habe ihr die Organisation des Spendenlaufs dabei geholfen, den Tag zu etwas Besonderem zu machen: „Ich habe ein ganzes Stück Trauer bewältigt. Schließlich ist Mira ja noch unter uns“, sagt sie.

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