Polit-Battle in Ratingen Jugendliche fühlen Politik auf den Zahn

Ratingen · Beim Polit-Battle des Ratinger Jugendrates in der Stadthalle stellten sich die Landtagskandidaten den Fragen der Erstwähler. Klimaschutz, Bildung und der öffentliche Nahverkehr waren Themen.

 Landtagskandidaten stellen sich den Fragen der Ratinger Jugend: Nina Eumann (Die Linke), Elisabeth Müller-Witt (SPD), Ute Meier (Grüne), Jan Heinisch (CDU), Alexander Steffen (FDP) und Bernd Ulrich (AfD, v.l.).

Landtagskandidaten stellen sich den Fragen der Ratinger Jugend: Nina Eumann (Die Linke), Elisabeth Müller-Witt (SPD), Ute Meier (Grüne), Jan Heinisch (CDU), Alexander Steffen (FDP) und Bernd Ulrich (AfD, v.l.).

Foto: Achim Blazy (abz)

Für viele Ratinger Jugendliche ist die Landtagswahl am 15. Mai das erste Mal, dass sie mit ihren beiden Kreuzen auf dem Wahlzettel die Politik mitbestimmen dürfen. Mit einem Polit-Battle machten Jugendrat, Jugendzentrum Lux und Jugendamt die jungen Leute fit für die Wahl.

Das Besondere an der Veranstaltung: Die rund 500 Besucher der Stadthalle konnten aktiv an der Veranstaltung teilnehmen. Über einen QR-Code konnten die Anwesenden noch während der Veranstaltungen zu ausgewählten Fragen abstimmen oder ihre Fragen zu einzelnen Themenkomplexen an den Jugendrat schicken. Das Moderatorenteam, bestehend aus Christian Pannes und Nele Ross leiteten die anonym gestellten Fragen dann an die Kandidaten weiter.

Zu Gast waren Nina Eumann (Die Linke), Elisabth Müller-Witt (SPD), Jan Heinisch (CDU), Ute Meier (Bündnis 90/ Grüne), Alexander Steffen (FDP) und Bernd Ulrich (AfD). Sie alle hatten vor der Veranstaltung die Aufgabe, sich in einem Kurzvideo – das sie frei gestalten konnten – vorzustellen. Sarah Burg (Die Partei – Burg schaffte es übrigens in ihrem Vorstellungsvideo kein Wort zu sagen und trotzdem eine Botschaft zu übermitteln) hatte am Morgen aus persönlichen Gründen abgesagt. Die Kandidaten stellten sich schließlich persönlich den Fragen der Jugendlichen.

In einer Schnellfragerunde, bei der die Kandidaten lediglich die Möglichkeit hatten, ja oder nein zu antworten, konnten sich die Besucher der Stadthalle einen schnellen Überblick über einige Standpunkte der Kandidaten verschaffen.

Ein Thema, das die jungen Menschen offenbar sehr beschäftigte, war der Klimawandel. Ausufernde Statements der Politiker konnte es allerdings nicht geben, denn die Organisatoren der Veranstaltung hatten einen Signalton eingebaut, der immer dann ertönte, wenn einer der Kandidaten die Redezeit überschritt. Trotzdem hatten alle Kandidaten die Möglichkeit, ihre Standpunkte – und die ihrer Partei – zu erläutern.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob der öffentliche Personen-Nahverkehr kostenfrei werden soll, wie Bürokratie abgebaut werden kann, wie die künftige Gestaltung der Bildungslandschaft aussehen könnte oder wie die Parteien gedenken, Wohnraum bezahlbar zu machen. Nicht zuletzt wurde auch das Thema Rassismus und der Krieg in der Ukraine angesprochen.

Einen Blick warfen die Moderatoren auch auf die Wahlplakate, die derzeit auch Ratingens Straßen säumen. In jeweils 30 Sekunden sollten die Politiker die Slogans und Motive der Plakate erklären.

Immer wieder wurden die Zuschauer in die Fragerunde eingebunden, sodass die Kandidaten direkt in den Dialog mit den Besuchern traten. Die Jugendlichen zeigten sich vielseitig interessiert und gut vorbereitet und ließen die Kandidaten nicht mit Plattitüden und Wahlkampffloskeln davonkommen.

Bereits vor der Veranstaltung erfragten die Organisatoren, wen die Jugendlichen am 15. Mai wählen würden. Diese Frage wurde am Ende noch einmal gestellt. Das Polit-Battle hatte tatsächlich einige der Anwesenden umgestimmt. Das wohl wichtigste Ergebnis am Ende: Vor Beginn der Veranstaltung wollten zwölf Prozent der Anwesenden nicht zur Landtagswahl gehen. Nach der zweistündigen Fragerunde waren alle 500 Besucher der Stadthalle gewillt, ihre Kreuze am Wahlsonntag zu machen.

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