Ratingen/Mettmann: Kursus bringt Senioren in Bewegung

Ratingen/Mettmann: Kursus bringt Senioren in Bewegung

Der TV Ratingen widmet sich der Alltagsfitness von Menschen über 60. Drei Gruppen sind gestartet.

Die Enkelin ließ nicht locker, sagt Helga Willem. Eigentlich geht sie mit ihrem Mann häufig spazieren. Aber noch einmal eine Turnhalle von innen zu sehen? Dafür hat Lena Kreft gesorgt. Mit liebevoller Hartnäckigkeit brachte die Fachbereichsleiterin für "Rehasport, Sport und Gesundheit" im TV Ratingen mehr Bewegung in das Leben ihrer Großeltern. Ehrensache! Denn gemeinsam mit Larisssa Engel und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule in Köln leitet sie einen der ungewöhnlichsten Sportkurse der letzten Zeit. Alle Teilnehmer konnten in Alltagskleidung kommen und einfach so mitmachen. Denn gestärkt werden sollte die Alltagsfitness von Menschen jenseits der 60.

Die Vereinsvorsitzende Marion Weißhoff-Günther staunt noch heute über den Erfolg des Aufrufs Ende vergangenen Jahres: "Statt der erhofften Probanden für einen Kurs bekamen wir auf Anhieb drei Gruppen zusammen." Zum Zentrum der neuen Seniorenbewegung im Kreis Mettmann wurde die Turnhalle an der Poststraße hinter der Ratinger Musikschule. Beginn und Ende der 12-wöchigen Trainingsperiode markierte der Alltags-Fitness-Test vom Deutschen Olympischen Sportbund.

"Schließlich wollten wir auch objektive Daten darüber gewinnen, wie sich unser Training auf die Senioren auswirkt", berichtete Larissa Engel. Diese Daten können demnächst erhoben und ausgewertet werden. Doch das Sportangebot speziell für ältere Menschen ist bereits jetzt ein voller Erfolg. Man komme nicht mehr so schnell aus der Puste, ist zu hören. Andere fühlen sich sicherer beim Treppensteigen und haben nicht mehr so viel Probleme mit dem Gleichgewicht wie früher. Auch Helga Willem fühlt sich "einfach besser", seit sie regelmäßig zum Sport geht.

"Ganz wichtig ist, dass die Übungseinheiten allen Beteiligten Spaß machen", sagt Lena Kreft. Aus diesem Grund überrascht sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder mit neuen Vorschlägen. Gemeinsam probierten sie das "Walken" aus. Unter fachkundiger Anleitung erwanderten sich die Gruppen neue Erkenntnisse darüber, wie viel Freude der Gang mit zwei Stöcken durch die Natur bringen kann.

Jetzt gegen Ende des ersten Trainingszyklus sind sich die meisten Teilnehmer einig: Wir wollen weitermachen! Und längst kommen nur noch wenige in ganz normaler Alltagskleidung. Bequeme Trainingsanzüge und hochwertige Turnschuhe bestimmen das Bild in der Turnhalle an der Poststraße. Um der Forderung nach einem sportlich fitten Anschlusskurs Nachdruck zu verleihen, wurde sogar schon eine Unterschriftensammlung erwogen. "Das braucht es nicht. Wir setzen gerade alles daran, dass die Kurse fortgesetzt werden können, wenn die Teilnehmer bei der Stange bleiben", verspricht die Vorsitzende des TV Ratingen, Marion Weißhoff-Günther.

Aus dem Fitness-Experiment mit Teilnehmern zwischen 60 und 100 ist aus Sicht der Senioren längst eine Institution geworden.

(RP)