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Kunstaktion macht Station im Mosaik in Ratingen West

Kultur in Ratingen : Ein Schaufenster wird zur Galerie

Veranstaltungsreihe wirft einen künstlerischen Blick auf den Stadtteil Ratingen West. Nach einer Videoinstallation im Museum Ratingen stellte Katharina Maderthaner im Mosaik aus.

Ratingen West ist eigentlich nicht gerade ein Sehnsuchtsort und doch ein Ort voller Erlebnisse und Empfindungen, – jedenfalls für Anne Schülke. Sie ist hier aufgewachsen, spürt noch immer die Einflüsse, die der Lindwurm oder die Papageienhäuser mit dem Schwanenteich, die Westtangente mit der Fassadenmalerei von Vaclav Snop auf sie und ihre Gedankenwelt genommen haben. Mit dem Projekt „Papageien und Schwäne“ wollte sie wohl ihrem Stadtteil ein kleines Denkmal setzen.

Voller Begeisterung steht sie vor den ehemals bunten Papageienhäusern, die heute eigentlich Schwanenhäuser heißen müssten, so weiß sind sie, bewundert deren schlichte Architektur, dem Bauhausstil angelehnt.

Die Philosophie, die dem Baustil der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zugrunde lag, nannte sich „Urbanität durch Dichte“ und viele Siedlungen aus der Zeit sind danach gebaut worden. Es war die Ära des Brutalismus, im Volksmund auch Betonära genannt. Brutalismus leitet sich vom französischen „brut“ ab, – roh, unverputzt.

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Und hier, im Einkaufszentrum Mosaik, hat Katharina Maderthaner im Rahmen dieses Projekts ausgestellt, in einem Schaufenster, das ihr von Monika Sowa zur Verfügung gestellt worden war. „Oben ohne“ so der Titel erschließt sich dem Betrachter zunächst nicht. Vordergründig sind vier große Vasen zu sehen, antiken Amphoren vergleichbar, doch die Verzierungen der frühen Gefäße sind denen der Moderne gewichen.

Eines zieren bunte Papageien, ein weiteres Armbanduhren. Sind sie kostbar oder nicht? Der Betrachter soll seinen Gedanken Raum lassen. Die dritte Vase ist mit Bändern geschmückt, die an Expander erinnern, aber kunstvoll aus Keramik geformt sind. Die vierte Vase ist sehr aufwändig gestaltet mit Tänzerinnen und Tänzern, in dekorativen Bewegungen und artistischen Posen, –- ein wenig sexy, wie das in Lateinamerika nun mal üblich ist.

Diese vier Vasen ruhen auf plissiertem Grund, – türkisblau wie die Stellwände, die einen geschlossenen, fast intimen Raum bilden. „Oben ohne“?, – es waren keine Blumen drin. Da erhellte sich, augenzwinkernd, dass nicht alles so bierernst gemeint war.