1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Heiligenhaus: Kunst und Klänge führen zusammen

Heiligenhaus : Kunst und Klänge führen zusammen

Die Kant-Aula war für einen Abend Zentrum kultureller Begegnung zwischen Deutschen und Japanern. Der MGV Heimatklänge, befreundete japanische Ensembles, die Akkordeonfreunde und Ars cantica gestalteten das Benefizkonzert für die Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima.

Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit symbolisiert die Kirschblüte in der japanischen Kultur. In edlen Ikebanagestecken schuf sie in der Kant-Aula ein romantisches Flair, weckte damit das Prinzip Hoffnung für ein Land, das durch eine entsetzliche Naturkatastrophe unsagbare Verluste erleiden musste. Vor dieser Kulisse, der Fotopräsentation im Foyer und dem gewaltigen Triptychon "Alpha und Omega" des japanischen Künstlers Yoshio Yoshida wurde das Benefizkonzert des MGV Heimatklänge zugunsten der Opfer zum beeindruckenden Treffpunkt deutsch-japanischer Freundschaft mit fast 700 Gästen.

Schirmherr Bürgermeister Dr. Jan Heinisch begrüßte als Ehrengäste den japanischen Generalkonsul mit seiner Familie und den Vorsitzenden der japanischen Gemeinde Düsseldorf. Er überreichte den Herren jeweils einen der Drucke "Lebensbaum" vom Künstler Yoshida. Der Druck, auf Initiative des Stadtmarketings zugunsten der Opfer in limitierter Auflage erstellt, zeigt in leuchtend expressiver Farbigkeit im oberen Drittel mit einem weißen Strich mögliche schnelle Zerstörung allen Lebens.

  • Das Bürgerhaus ist der wichtigste Veranstaltungsort
    Pläne für Hamminkeln : Gutes „Heimat-Zeugnis“ fürs Bürgerhaus
  • Stärke 7,2 : Tsunami-Warnung nach Erdbeben in Japan – keine Schäden in Fukushima
  • Ein japanischer hochgeschwindigkeitszug (Symbolbild).
    Japanischer Hochgeschwindigkeitszug : Lokführer geht bei Tempo 150 für drei Minuten aufs Klo

Der Dank des Bürgermeisters galt den Initiatoren, dem MGV Heimatklänge. Wieder einmal zeigte der Männerchor, dass neben der Verbreitung wertvollen Liedgutes humanitäre und soziale Verantwortung ihr 100-jähriges Vereinsleben geprägt hat und noch prägt. Als 2011 das umjubelte Jubiläumskonzert, unter Beteiligung des japanischen Sakura Frauenchores endete, kündete Vorsitzender Gerd Schlupkothen bereits ein Benefizkonzert für 2012 zugunsten Japans an. "Aus 25-jähriger freundschaftlicher Verbundenheit zu dem Sakura Chor". Nach den Eindrücken in der Präsentation "Chronologie der Katastrophe" und dem Erlebnis des erschütternden Films von Satoshi Ueda, war der erste Teil des Konzertes bewusst verhalten in vorwiegend leisen Tönen angelegt. In prächtigen Kimonos gewandet, verströmten die zarten Frauenstimmen des Sakura Chores unter Leitung von Yoshiko Hara im schönen Wohl- und Gleichklang japanisches Flair. Ebenfalls die faszinierenden zitherartigen Klangteppiche des Koto-Ensembles. Der MGV und "Ars cantica" intonierten ganz im Melos der Romantik bekannte Schubert und Schumann Kompositionen.

Sehr einfühlsam, wechselnd in den einzelnen Stilrichtungen begleitete die Pianistin Kazuko Takaishi, auch im zweiten Teil. Der war erheblich heiterer angelegt. Hier spielten die Akkordeonfreunde in gewohnt schwungvoller Weise, setzten mit Percussion rhythmische Akzente. Vor allem in "Saltarelle" des Franzosen Camille Saint-Saens berauschte die Klangschönheit der einzelnen Stimmen des zehnköpfigen Ensembles "Ars cantica". Authentisch ausgewogen intonierte der MGV Chorsätze aus Lortzings Oper Waffenschmied und Webers Freischütz. Funkelnde Brillanz dann in Mozarts Schlusschor der Zauberflöte, strahlende Melodienbögen des MGV und Frauenchor im Jubel "Heil sei Euch Geweihten".

Leuchtender Schlussakkord

Allgemeines Schmunzeln dann bei Raymonds Gassenhauer "In einer kleinen Konditorei", temperamentvoll gesungen in japanischer Sprache vom Frauenchor. Mit der berühmten Komposition "Fursato" (Heimat) setzten alle Ensembles einen leuchtenden Schlussakkord, stimmlich wechselnd in Deutsch und Japanisch.

Ein beeindruckender Abend, der innerhalb einer Völkerfreundschaft Maßstäbe setzte.

(ror)