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Kulturkreis Hösel will junge Menschen gewinnen

Stimme der Kultur : Mehr Kultur-Veranstaltungen auch für junge Familien

Der Kulturkreis Hösel startet wieder mit Präsenzprogramm. Die Online-Angebote aber sollen bleiben. Künftig will man mehr junge Menschen ansprechen.

In einer neue Kolumne äußern sich Vertreter aus dem Bereich Kultur zu ganz unterschiedlichen Themen. Den Anfang macht Wolfram Brecht, neuer Vorsitzender des Kulturkreises Hösel.

Sozialer Austausch und die Teilnahme an Kultur gehören zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Mein Einstieg als neuer Vorsitzender des Kulturkreises Hösel war situationsbedingt sehr schwierig. Ich bin nun aber erfreut, dass die mehr als 350 Mitglieder die Pandemiezeiten bisher – hoffentlich alle gesund   – tapfer ausgehalten und das ausgedünnte Veranstaltungsangebot mitgemacht haben. Die letzte Rettung war bei Vereinen und Organisationen, so auch beim Kulturkreis, die Möglichkeit, wenigstens Online-Angebote zu machen. Atmosphäre und freundschaftliche oder auch nur Small talk-Kontakte als „Sozialkitt“ können online jedoch nicht geboten werden. Schwierig wird es für einen Verein, wenn in seiner Mitgliedschaft ein Teil gar nicht online gehen kann oder will. Ihn dürfen und werden wir – bei aller notwendigen Digitalisierung – nicht vergessen. Dafür gibt es verschiedene Lösungen. Endlich entsteht eine Öffnungsperspektive. Mein dringender Appell an alle Akteure, egal an welcher Stelle: kulturelle Angebote werden zunehmend auch wieder mit Präsenz angeboten, aber bitte –  bei aller Euphorie – ohne Gesundheit und Hygiene zu vernachlässigen, um ein fatales Wiederaufflammen der Pandemie und das wieder Einfrieren von Aktivitäten zu vermeiden.

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Der Kulturkreis beginnt – in Abstimmung mit der Stadt – am 20. Juni mit einer Teilöffnung für ein hochattraktives Konzert im Oktogon Hösel. Es wird zusätzlich gestreamt. Diese hybride Form wird wahrscheinlich bei vielen Angeboten bleiben. Der Kulturkreis Hösel hat die Zeit und den Führungswechsel genutzt, sich ein modernes Outfit mit klarer Menüführung im digitalen Auftritt zu geben – ein absolutes Muss für die öffentliche Wahrnehmung. Unser Ziel: die Attraktivität von Kultur – auch für junge Menschen – in voller Breite steigern. Mein Bestreben ist, dass Teile des Programms sich auch inhaltlich zunehmend an junge Familien, Jugendliche und junge Erwachsene wenden.  

Diskussionswürdig ist der kürzlich im Rat eingebrachte Antrag, für Ratingen die Einrichtung eines Kulturzentrums zu prüfen, um der Kultur einen prominenten Platz in der Stadt zu eröffnen und Raum für Künstler, Ausstellungen, Begegnungen und Kulturveranstaltungen zu schaffen. Die Stadt und die Stadtteile haben ein sehr lebendiges Kulturleben. Wünschenswert ist eine stärkere „grenzüberschreitende“ Kooperation zwischen den Stadtteilen, zur Nutzung von Synergien.

Ein Kulturzentrum könnte vielleicht beides befördern. Jedenfalls sollten diese Ideen weiter konstruktiv erörtert werden, um die Region und die Stadtteile für Mensch und Wirtschaftsansiedlung noch attraktiver zu machen.