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Kulturkreis Hösel geht bei Veranstaltungen neue Wege

Hösel : Kulturkreis Hösel schlägt mit Streaming-Debut neues Kapitel auf

Vorsitzende Regine Walther stellt im ersten virtuellen Interview ihren Nachfolgekandidaten Wolfram Brecht vor. Junge Studenten zeigten den Teilnehmern ihr musikalisches Können.

Wie in nahezu allen anderen Bereichen des kulturellen Lebens waren die letzten Monate im Kulturkris Hösel von Planungsunsicherheit und bedauerlichen Absagen geprägt. Um das Veranstaltungs-Angebot, insbesondere die beliebten Sonntagskonzerte, aufrechtzuerhalten, wagte sich der Kulturkreis an bislang ungenutzte technische Möglichkeiten. Bei den Mitgliedern setzte sich der Gedanke durch, dass unter derzeitigen Bedingungen nur mit moderner Streaming-Technik das Publikum verlässlich erreicht und so auch das Überleben des Vereins gesichert werden kann.

Nachdem auch die immer gut besuchte Adventsmatinée, die für den 6. Dezember um 11 Uhr geplant war, abgesagt werden musste, lag es auf der Hand, diesen Termin für das erste Test-Streamingkonzert zu nutzen.

Junge Studierende des deutsch-französischen Studiengangs Musikwissenschaften der Universitäten Folkwang Essen und Tours zeigten ihr praktisches Können. Die dargebotenen Musikstücke wurden bewusst als Aneinanderreihung verschiedenster Stilrichtungen ausgewählt, um ein großes Spektrum klanglicher Muster und Farben darzustellen. Klassische Kammermusik bekannter und weniger bekannter Komponisten lösten sich ab mit französischen Chansons, einer mit Flöte und Gitarre (von Myrtille Daunay und Nicolas Cadet) vorgetragenen brasilianischen Volksweise und zum krönenden Abschluss Romani-Jazz mit beeindruckender Gitarren- und Klarinettenperformance (Nicolas Cadet, Hélène Cambourian) und einem swingenden Kontrabass (Jimmy Fauth). Die zum Teil schwer zu singenden Vokalpartien wurden sehr überzeugend wiedergegeben von Capucine Richard.

Zunächst sorgte jedoch ein Klarinettenduo von B.H. Crusell (Marianne Reh, Hélène Cambourian) und anschließend eine Sonate für zwei Celli von L. Boccherini (Claire Coué, Felix Kaumanns) für Begeisterung.

Die Pause nutzte Vorstandsvorsitzende Regine Walther dazu, den Zuhörern ihren Nachfolgekandidaten Wolfram Brecht, vorzustellen. Er wird vom Vorstand bei der kommenden Mitgliederversammlung zur Wahl vorgeschlagen.

Brecht, ursprünglich aus Göttingen, ist von ganzem Herzen Höseler.  Er und seine Familie haben hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Derzeit ist Wolfram Brecht Vorstandsvorsitzender des Ausbilderkreises; zudem ist er Präsidiumsmitglied des Ratinger TV. Dort war er unter anderem verantwortlich für ein erfolgreiches Kulturprogramm.

Beruflich war Wolfram Brecht zunächst bei der Lufthansa in Köln im Bereich Testung und Ausbildung von Piloten tätig und wechselte dann zur IHK Düsseldorf als Leiter des Bereichs Weiterbildung/ Personalentwicklung mit dem Schwerpunkt der Ausgestaltung beruflicher Weiterbildungs- und dualer Studiengänge der Wirtschaft und Hochschulen für Schulabgänger.

Brecht verfügt über viele Kontakte in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Verbands- und Vereinswesen; seine Hinwendung zu Weiterbildung junger Menschen lässt ihn alle Entwicklungen mit wachem Geist verfolgen und nicht zuletzt verfügt er über das wirtschaftliche Bewusstsein, das unerlässlich ist, um einen Verein gesund und am Leben zu erhalten.

Am Ende war die erste Streamingveranstaltung ein Erfolg. In einer  knappen Entwicklungsphase gelang es dem Technikteam, die äußerst anspruchsvollen Herausforderungen in den Bereichen Video- und Tontechnik anzugehen und zu meistern. Erst als der Auftritt auf zwei Plattformen gesichert und eine digitale Abendkasse geschaffen war, war alles bereit für den großen Online-Auftritt. Wer dabei war, ist mit dem Kulturkreis einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunft gegangen.

kulturkreis-hoesel.de