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Kulturbüro Heiligenhaus stellt Programm auf die Beine

Kultur in Heiligenhaus : Kulturprogramm mit vielen Fragezeichen

Das Kulturbüro hat den Kulturkalender für das zweite Halbjahr veröffentlicht. Corona sorgt weiter für Schwierigkeiten. Die Planer raten deshalb: Vor jedem Termin prüfen, ob er auch wirklich stattfindet.

Von Henry Kreilmann

„Wir wollen nicht aufgeben, weiter Veranstaltungen zu planen. Das, was machbar ist, wollen wir auch stattfinden lassen, denn nichts anzubieten, ist auch keine Option.“ Kulturbüro-Chefin Almuth Schildmann-Brack hat den neuen Kulturkalender vor sich auf dem Tisch liegen und schaut damit auf ein Sorgenkind.

Es ist ein „Not-Kulturkalender“ in Zeiten einer weltumspannenden Pandemie, die den Kulturbetrieb hart trifft. 15 Konzerte sind in dem Flyer abgedruckt, dazu der Termin für den Weihnachtsmarkt, doch noch während des Drucks war bereits klar, dass nicht alle Konzerte werden stattfinden können. „The Fitzgeralds, die eigentlich am 7. Oktober im Club spielen sollten, können Kanada derzeit nicht verlassen. Auch die ‚Princes of Ales‘ werden nicht kommen“, sagt Mitarbeiter Jürgen Weger.

Ob das die einzigen Konzerte bleiben, die verschoben oder ausfallen müssen, daran zweifelt das dreiköpfige Kulturteam. Fragezeichen stehen an etwa der Hälfte der Termine. Und zwar bei denen, für die Künstler aus dem Ausland einreisen, deswegen der Tipp der Planer: „Wir können nur raten, sich rechtzeitig zu informieren, ob der Termin auch wirklich stattfindet.“ Infos dazu gibt es auf der Webseite der Stadt oder unter Telefon 02056/13104. „Die Karten behalten ihre Gültigkeit, auch wenn die Termine verschoben werden, sie können aber natürlich auch zurückgegeben werden“, sagt Schildmann-Brack.

So ist geplant, dass Elisabeth Lee und Martin Hauke mit feinstem Acoustic Southern Rock & Blues am 23. September im Club spielen, eine Woche später folgt mit dem „groovenden Songpoeten“ und „virtuosen Gitarristen“ Jaimie Faulkner dort ein ebenso bekanntes Gesicht. Der irische Singer und Songwriter Colum Sands soll am 21. Oktober im Club vorbeischauen, Gwennyn, bretonische Musikerin mit Pop-Einschlag, am Mittwoch, 28. Oktober und am Mittwoch, 4. November steht das irische Sean Keane Trio auf dem Programm.

„Die Ordnungsbehörden genehmigen die Veranstaltungen auch nur noch sehr kurzfristig, etwa ein bis zwei Wochen vorher“, erläutert Mitarbeiterin Veronika Kautz. Die Regelungen vor allem für Gesang-, Tanz- oder Blasmusik-Veranstaltungen sind knifflig, zum Beispiel gehören vier Meter Abstand zwischen Künstlern und Publikum dazu. Ebenso wie eine reduzierte Zuschauerzahl. In die Kant-Aula dürfen 299 Zuschauer, in das Museum Abtsküche 20 und in den Club 45.

Das A Capella Quintett „Viva Voce“ will am Samstag, 7. November in der Kant-Aula vorbeischauen, das Ensemble Noisten bringt am 11. November die 6. Sinfonie Beethovens mit Klezmer-Musik verbinden und am 25. November feiert das Farfarello-Trio sein 40-jähriges Bestehen im Club. Es folgen Hannes & Seppo am Nikolaustag im Museum Abtsküche und Tom Daum am 13. Dezember. Ob „Albie Donelly‘s Supercharge“ für den Ausklang eines ziemlich außergewöhnlichen Jahres sorgen wird, auch dahinter steht ein Fragezeichen.

heiligenhaus.de

(Henry Kreilmann)