Ratingen: Künstlerloge zeigt Werke von Elena Engel

Ratingen: Künstlerloge zeigt Werke von Elena Engel

Die Künstlerin schätzt den besonderen Ausstellungsort am Eingang zum ehemaligen Calor-Emag-Gelände.

Sie ist eine ganz spezielle Persönlichkeit. Sie ist sich dessen bewusst und spinnt selber ein bisschen mit an der Magie, die ihre künstlerischen Arbeiten umweht und auch ihren Namen. Der lautet Elena Engel.

"Der Engel kommt vom Namen meines Vaters, - meine Mutter war eine geborene Torf. Ich schwebe also irgendwo zwischen ganz oben und ganz unten. Da, wo man geerdet ist," sagt sie. Und passend dazu entstand Elena. Und nun stellt sie in der Künstlerloge im ehemaligen Calor Emag-Gebäude aus.

Im vergangenen Jahr hatte Roswitha Riebe-Beicht nach einem Jahrzehnt ihren Job im Organisations-Quartett der Loge aufgegeben, als sie nach Bayern umzog. "Zehn Jahre in dieser Position sind lange genug", erklärt sie damals. "Meine Kollegin Ulrike Siebel und die Kollegen Johannes Lenhart und Ansgar M. van Treeck sind ein würdiges Führungsteam". Sie und alle anderen Künstler, die in dem Pförtnerhäuschen Zeugnis gaben von ihrer Arbeit, ihrer Kunst, wurden zum Jubiläum in einem aufschlussreichen Katalog würdig dargestellt - in einem Kompendium, das ein interessantes Stück Kultur in Ratingen zusammenfasst.

Anders als das Museum Ratingen am Peter Brüning-Platz/Ecke Grabenstraße mit seinen Ausstellungsräumen, die nun nicht unbedingt für künstlerische Schnellschüsse gemacht sind, lässt sich die Pförtnerloge nahe der Bahnstraße relativ schnell und meist von der Künstlerin, vom Künstler selber in kurzer Zeit zum Ausstellungsraum machen. Und: Das Ergebnis ist jederzeit zu betrachten, und außerdem kann niemand die Exponate berühren. Alles in allem ein interessanter künstlerischer Sidekick. Und nun nutzt ihn Elena Engel, die Frau, die immer mal wieder eine Pause zur Generalüberlegung ihres Lebens brauchte und sich diese Zeit auch nahm. Dieses Leben hatte eher friedlich und bürgerlich begonnen, war lange in Frankfurt dahingegangen, hatte der eigentlichen Künstlerin eine Banklehre beschert (klar - ein Wunsch der Eltern), transportierte aber auch erhebliche Meriten als Modezeichnerin für die junge Frau im Köcher.

Ihr war es wichtig, eine Mitte in sich selbst zu finden. Dem Gedanken entsprang dann der Pendelwald. Das war eine Ansammlung groß dimensionierter Pendel, die jeweils über aufgestapelten metallenen Platten ihre spannende Ruhe fanden. "Da stimmte alles", sagt sie noch heute. Sie war im Jahr 1978 Villa Romana-Preisträgerin, als sie bereits in Düsseldorf lebte.

Elena Engel weiß natürlich seit langem, wo sie ihren selbstbestimmten Standpunkt hat, duldet keine überflüssigen Scherzchen, ohne spaßbefreit zu sein. Ist immer wachsam, auf dem Sprung, Neues zu erfahren und es mit Alt-Erfahrenem abzugleichen. Und den Umgang mit dem flammneuen Smartphone wird sie sich auch noch untertan machen. "Arbeiten auf Papier" gibt es nun also zu betrachten - namenlos, aus sich selbst sprechend. Die Ausstellung wird am Sonntag, 4. März, um 12 Uhr eröffnet und ist jederzeit bis zum Sonntag, 29. April, durchs Fenster zu betrachten - abends mit Beleuchtung.

(gaha)