Heiligenhaus: Künstler Yoshida hat ein neues Forum

Heiligenhaus: Künstler Yoshida hat ein neues Forum

Das Stadtmarketing vermittelte dem japanischen Maler Yoshio Yoshida die Kreissparkasse als Ort für Ausstellungen.

Yoshio Yoshida ist ein bescheidener Mann. Er lässt seine Bilder für sich sprechen und das tun sie vernehmlich in der ganzen Welt. Am Montag eröffnete der Künstler seine erste große Ausstellung in Heiligenhaus, der Stadt, die für ihn seit dem Jahr 1977 Lebensmittelpunkt ist.

Den Ort für diese Bilderschau hat der 73-Jährige gemeinsam mit seinen Freunden vom Stadtmarketing Arbeitskreis Kultur und Gesellschaft, mitten im Zentrum des Heiligenhauser Alltags gefunden, in der Kundenhalle der Kreissparkasse an der Hauptstraße.

Auf die Leinwand bringt er seine Essenz aus Philosophie, Naturwissenschaften, Religion, Musik und Literatur. Er arbeitet mit Punkten, geometrischen Formen, lässt sich aber auf keine Kunstform beschränken. "Malerei als eine Art Wissenschaft. Der größte Inspirator ist für ihn die Musik", so die Sprecherin des Stadtmarketing-Arbeitskreises Kultur und Gesellschaft, Ruth Ortlinghaus, die bei der Ausstellungseröffnung am Montag in die Kunst des "malenden Grafikers und grafischen Malers" einführte.

Viele Heiligenhauser waren der Einladung zur Vernissage am Montagabend gefolgt, Weggefährten und Freunde, sowie Künstlerkollegen. Seine Tochter Maruchi Yoshida war eigens aus München angereist. 80 Prozent der Werke, die noch bis zum 8. Mai, zu den Geschäftszeiten (Montag bis Mittwoch und Freitag 8.30 bis 16 Uhr, sowie Donnerstag von 8.30 bis 18 Uhr) sehen sind, wurden auch in Heiligenhaus erschaffen. Man wollte ein möglichst vielfältiges Spektrum abbilden.

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Filialdirektor Ulrich Hamacher eröffnete die Ausstellung und freute sich, dass die Kundenhalle einmal mehr zur Kunsthalle wird. "Jede Ausstellung ist eine schöne Bereicherung für unser Haus. Bei Herrn Yoshida ist vor allem diese Akribie in seiner Kunst etwas ganz besonderes", erklärt Hamacher. Ihn beeindrucken vor allem die großformatigen Werke, die auf der Empore hängen. Eben jene drei Monumental-Werke bezeichnete Ortlinghaus in ihrer Einführung als den "Höhepunkt" der Ausstellung mit vielen Glanzstücken.

Mit dem Bild "Tsunami" ist dort oben sein neuestes Werk zu sehen. Acht Monate habe er gebraucht, körperliche Beschwerden und die Tragik dieser Katastrophe, die über sein Geburtsland im März 2011 hereingebrochen ist, konnte er darin verarbeiten. Sein Handwerk lernte er bei renommierten Professoren in seiner Geburtsstadt Tokio und in Paris. Seine Kunst gelang auf die Documenta, die internationale Kunstmesse Basel, in das Von der Heydt-Museum in Wuppertal und das Museum of Modern Art in New York.

Seit er hier in Heiligenhaus lebt, ist er nie wieder in sein Geburtsland Japan zurückgekehrt. Die abendländische Kultur ist zu seiner Heimat geworden, "Europäische Kultur" und dabei hat er ein Lächeln auf den Lippen. "Heiligenhaus ist mein Zuhause", sagt Yoshida. Vor allem die deutsche Musik hat es ihm angetan. Beethoven, Brahms, Wagner.

Ein Ton könne ihn schon zu einem Strich, einer Farbe inspirieren. Yoshida lebt mit seiner Frau Yoshiko zurück gezogen in der Oberilp. "Ein Stadtteil, in dem die Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen stammen. Das sei in der Kunst ähnlich", sagt der Künstler. "Nur ein Element allein wäre langweilig. Das große Ganze macht ein schönes Bild aus." Einige wenige Nachdrucke des Lebensbaumes in kleiner Form können noch für 50 Euro erworben werden.

(sade)
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