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Ratingen: Krönender Abschluss mit Kasalla-Konzert

Ratingen : Krönender Abschluss mit Kasalla-Konzert

Die Zelt Zeit 2015 war ein Höhepunkt in der langen Geschichte der Veranstaltung. Programm und Wetter begeisterten.

West Es gibt Momente, in denen von Menschen in verantwortlicher Position alle Last abfällt. Dann wirken sie befreit, locker und können einfach genießen, was vor ihnen passiert. Genau diesen Moment erlebte Heiner van Schwamen, Chef-Organisator der Zelt Zeit, am späten Sonntagabend, während die Kölner Jungs von Kasalla eines der beeindruckendsten Konzerte in der 17-jährigen Geschichte der Kulturveranstaltung am Grünen See ablieferten.

Gaukler Björn sorgte neben vielen anderen Attraktionen dafür, dass der LEG-Familientag ein voller Erfolg wurde. Am Ende gingen am Grillstand sogar die Würstchen aus. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Van Schwamen strahlte über das ganze Gesicht, klatschte wie alle rund 400 begeisterten Zuschauer mit und hatte sichtlich Spaß. Kein Wunder, war doch das Konzert der sympathischen Kölner ein würdiger Abschluss eines tollen Wochenendes, bei dem über zehntausend Menschen zu den verschiedenen Veranstaltungen kamen.

"Beim LEG-Familientag am Sonntag waren so viele Menschen da wie kaum einmal zuvor", zeigte sich van Schwamen stolz. In der Tat gab es spätestens am Nachmittag kaum ein Durchkommen mehr auf der Wiese vor dem Festzelt. Gaukler, Streichelzoo, Hüpfburgen, Gesellschaftsspiele, Kinderschminken - zu groß war das Angebot, das tausende Besucher an den See lockte. Ein Ansturm, mit dem so keiner gerechnet hatte.

Kasalla-Sänger Bastian Campmann (im roten Hemd) und seine Band sorgten für ein stimmungsvolles Konzerterlebnis, bei dem von Anfang an der Funke übersprang. Eine große Fraktion im Zelt stellten übrigens die Roten Funken um Präsident Michael Droste, der die Kölner 2014 erstmals nach Ratingen geholt hatte. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Was auch Jutta Dullni am eigenen Leib erfuhr. Seit Jahren kümmert sich die Vorsitzende der KG Anger Garde mit ihren Vereinskollegen um den Grillstand: "Bereits am späten Sonntagnachmittag waren alle Würstchen weg", so Dullni, für die seit der ersten Zelt Zeit Pfingsten fest verplant ist: "Ich habe in all den Jahren noch nie eine Veranstaltung ausgelassen.

In den ersten Jahren war ich als Zuschauerin dabei, jetzt schon auch lange Jahre als Helferin." Wenig Schlaf und ein bisschen Stress sind da unausweichlich: "Aber es macht einfach Spaß, weil diese Veranstaltung es wert ist. Die Künstler sind toll, die Menschen freuen sich, dass sie hier ein paar schöne Stunden verbringen können. Das ist Entschädigung genug."

Gab es sonst in der Programmgestaltung auch schon einmal den einen oder anderen Durchhänger, war die Zelt Zeit 2015 gespickt mit Höhepunkten. Sicher, "Ratingen hat die Superstars" war zum Auftakt etwas sehr lang geraten, so dass mancher noch während des Programms das Zelt verließ, weil er am nächsten Morgen früh raus musste. Aber das war nahezu der einzige Kritikpunkt in Sachen Programm.

Die Show des Stunksitzungs-Ensembles zum Beispiel war nahezu von Beginn an ein perfektes Beispiel für das Miteinander von Publikum und Akteuren auf der Bühne. Da stimmte einfach alles - kein Wunder also, dass es am Ende lange stehende Ovationen gab. Die hatte sich auch Comedian Mirja Boes verdient, die vor allem im zweiten Teil ihres Auftritts durch ein grandioses Spiel mit den Menschen im Zelt und ihren Bandmitgliedern überzeugte.

Das hatte im Gegensatz zum etwas bemüht wirkenden ersten Teil Charme, Witz und jede Menge Unterhaltungswert. Mal davon abgesehen, dass die Kölnerin auch eine wirklich tolle Stimme hat, wie sie mehrfach unter Beweis stellte. In den Schatten gestellt wurde das alles aber von den Jungs "aus der Stadt mit K.", wie ihr neuestes Lied heißt. Vom ersten Moment an kochte die Stimmung im Zelt, Jung und Alt tanzten, klatschten, hatten Spaß - sogar über alle Parteigrenzen hinweg, wie die beiden stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Diedrich (CDU) und Rainer Vogt (Bürger Union) eindrucksvoll bewiesen. Die Authentizität und Spielfreude von Kasalla steckten alle an. Viel zu schnell ging das zweistündige Konzert und damit auch die Zelt Zeit 2015 zu Ende. Wer meint, das sei nicht zu toppen, könnte 2016 eines Besseren belehrt werden: Brings, Herbert Knebel und sein Affentheater sowie die Bonner Springmaus haben sich angesagt.

(wol)