Kreislauf des Biomülls im Kreis Mettmann

Hintergrund : Aus der Tonne zurück in den Garten

Das passiert mit unserem Biomüll. Aus organischen Abfällen wird wieder frischer Kompost. So wie in Ratingen läuft es vergleichbar in allen Städten des Kreises und in Düsseldorf. Ziel ist immer die Kompostieranlage in Ratingen.

In der Natur geht nichts verloren. Diese Erkenntnis machen sich auch die Besitzer der Biotonne zunutze. In der landen unter anderem Laub, Rasenschnitt, Unkraut, Schnittblumen, Kleintierstreu aus Stroh, aber auch Eierschalen, Obst- und Gemüsereste, Teebeutel und Kaffeefilter. Das alles geht schließlich einer neuen Bestimmung entgegen.

1. Station: Die Tonne

4714 120-Liter-Tonnen, 13.077 240-Liter-Tonnen und 485 1100-Liter-Container gibt es aktuell in der Stadt Ratingen auf freiwilliger Basis. Insgesamt 8267 Tonnen an Bioabfällen inklusive Weihnachtsbäumen sind im Jahr 2018 zusammengekommen, das sind rund 90 Kilogramm pro Kopf. „Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne – auch keine aus Biokunststoff“, darauf weisen die Kommunalen Dienste in Ratingen noch einmal hin. Denn die werden in der Kompostierungsanlage in der Kürze der Zeit nicht zersetzt. Doch aus Bequemlichkeit landeten immer wieder Eimer, Töpfe andere Gefäße in der Tonne. Die gehören da aber genauso wenig hinein wie gekochte Speiseabfälle, Milchprodukte oder Knochen. Wie viel Biomüll in den Haushalten anfällt, ist neben saisonalen Faktoren auch von klimatischen Bedingungen wie langer Trockenheit abhängig. Auf welche Faktoren die Nutzer der Tonne achten müssen, beschreibt unter anderem auch der Abfallkalender der Stadt Ratingen: Der warnt vor der Entwicklung von Fliegen und Maden bei zu großer Wärme. Tonnen dürften nicht überfüllt werden und sollten an einem schattigen und frostsicheren Platz stehen.

2. Station: Abholung

Alle 14 Tage holt  Müllabfuhr die Bioabfälle ab. Reicht die Tonne mal nicht aus, können die Abfälle direkt zur Kompostierungsanlage in Breitscheid gefahren werden. Dort werden auch sperrige Bioabfälle gegen eine geringe Gebühr angenommen. Für eine Pkw-Kofferraumladung zahlen Bürger einen Pauschalpreis; größere Mengen werden verwogen.

3. Station: Ratingen

Die Abfälle liefert die Müllabfuhr schließlich an der Kompostierungsanlage der KDM-Kompostierungs- und Vermarktungsgesellschaft für den Bereich Stadt Düsseldorf/Kreis Mettmann in Breitscheid am Breitscheider Kreuz ab. Die verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich weit über 100.000 Tonnen biologische Abfälle aus der Region zu fertigem Kompost. „Das passiert innerhalb von sechs bis acht Wochen“, erklärt Frank Berndt. Dabei wird das Material zerkleinert und unter Zufuhr von Sauerstoff und der Mithilfe von Kleinstorganismen zersetzt. Das klappt innerhalb weniger Wochen, anders als beim Komposthaufen im Garten.

4. Station: Zurück im Garten

In der zentralen Kompostierungsanlage durchsuchen Mitarbeiter den Müll nach nicht verwertbaren Materialien. Foto: Endermann, Andreas (end)
Müllwagen aus dem Kreis Mettmann und aus Düsseldorf bringen den Biomüll nach Ratingen. Foto: Endermann, Andreas (end)

Das Endprodukt nutzen die Landwirtschaft, der Garten-Landschaftsbau und natürlich auch die Privathaushalte. Denn den fertigen Kompost gibt es sowohl bei KDM in Ratingen – sowie an mehreren anderen Stellen im Kreis Mettmann – als auch auf dem Bauhof in Hilden als lose Ware und Sackware zu kaufen. Im Gegensatz zur Mineraldüngung, heißt es von KDM, erhalte und verbessere Kompost die Bodenfruchtbarkeit. Und der Hildener Abfallberater Frank Berndt betont: „Wir bringen unseren Biomüll wieder zurück in die Gärten.“ Der Kreislauf schließt sich.