Kreis Mettmann: Wie die Firma Helbako Mitarbeiter fördert

Heiligenhaus : Mitarbeiter wollen gepflegt werden

Die Heiligenhauser Helbako GmbH hat ein ganzes Maßnahmenbündel für den Zweck entwickelt, Mitarbeiter bei der Stange zu halten.

Michelle Rosowski bringt die Herausforderung für viele mittelständische Unternehmen auf den Punkt: „Heute suchen nicht mehr wir unsere Mitarbeiter aus. Wir müssen uns bei potenziellen Mitarbeitern bewerben, damit diese zu uns kommen.“

Die junge Personalerin ist bei der Helbako GmbH in Heiligenhaus seit Oktober vergangenen Jahres für das Recruiting zuständig und hat damit durchaus eine Mammutaufgabe übernommen. „Wenn wir uns auf Messen oder an Hochschulen mit Absolventen unterhalten, dann ist meist die erste Frage nach dem Gehalt. Noch bevor wir überhaupt etwas über den Menschen selbst erfahren haben.“

Weiter geht es mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, Sabbaticals, der Büroausstattung und den wöchentlichen Arbeitszeiten. Und die Frage nach dem Dienstwagen ist auch nicht selten. Kein Wunder, denn gut ausgebildete Kräfte können es sich erlauben, Forderungen an den möglichen Arbeitgeber zu stellen.

Fachkräfte werden in nahezu allen Branchen händeringend gesucht. Da wundert es nicht, dass die IHK Düsseldorf in einer Umfrage unter Unternehmen in ihrem Zuständigkeitsbereich feststellte: Fast 50 Prozent der Betriebe im Kreis Mettmann und in Düsseldorf sehen im Fachkräftemangel das größte Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. „In Düsseldorf ist das Problem noch etwas weniger stark als im Kreis Mettmann“, sagt IHK-Referent Stephan Jäger.

„Hier gibt es viele Hidden Champions, denen trotz ihrer weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen oft die Sichtbarkeit fehlt. Außerdem gibt es Nachteile als Speckgürtel der Metropole, in die es potenzielle Mitarbeiter und Auszubildende eher zieht.“ Diese Erfahrung kann auch Michael Kienow, seit 2017 Personalleiter bei Helbako, bestätigen: „Wir müssen schon herausstellen, warum sich gerade Heiligenhaus als Arbeitsort lohnt“, sagt der 38-Jährige. „Da reden wir dann auch von der guten Erreichbarkeit aus den umliegenden Großstädten.“

Entsprechend der Rahmenbedingungen verfügt die Heiligenhauser Helbako schon seit vielen Jahren über eine ganze Reihe mitarbeiterfreundlicher Maßnahmen, die nicht nur vorhandene Kräfte halten, sondern auch neue anlocken sollen. „Das Wichtigste dabei ist, dass wir das nicht nur als Hülle aufziehen, sondern authentisch im Unternehmen leben“, sagt Kienow. „Mit unserem Mitarbeiterbindungsprogramm ‚Wiiir sind Helbako‘ sind wir seit Jahren Vorreiter innerhalb in der Region. Wir ergänzen unsere darin enthaltenen Angebote regelmäßig.“ Der freundliche Pausenraum mit angeschlossener Dachterrasse, schwarzem Brett, Kicker und Briefkasten des Betriebsrats ist dabei noch das kleinste „Paket“. Auch der obligatorische kostenfreie Obstkorb an vielen Stellen im Betrieb ist in anderen Unternehmen vorhanden. Wer aber über eine gewisse Zeitspanne in der Firma zurückblicken kann, hat die Möglichkeit, über den Firmenwagenbezug mit entsprechendem Gehaltsverzicht an ein eigenes Fahrzeug zu kommen. Einmal im Jahr – meist kurz vor Weihnachten – beteiligen sich viele Mitarbeiter an der „Multimedia-Aktion“: Elektronische Geräte, die prinzipiell auch für die Arbeit genutzt werden könnten, können über die Firma finanziert werden.

Der anfallende Betrag wird dann über einige Monate direkt vom Lohn einbehalten. Ähnlich ist das mit dem eigenen E-Bike. Über einen namhaften Kooperationspartner kann auf jeder Mitarbeiter an sein eigenes Zweirad kommen. „Auch davon machen zirka sechs Mitarbeiter pro Jahr Gebrauch.“ Seit vielen Jahren besteht schon die Möglichkeit, in der U3-Betreuung „Kleine Strolche“ als Helbako-Mitarbeiter Vorteile bei der Platzbuchung in Anspruch zu nehmen. Auch die Kooperation mit dem Heljens-Bad ist eine langjährige Institution. Relativ neu hingegen sind Rabatte, die Mitarbeiter beim Trampolinpark Superfly bekommen.

Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten - dort wo es möglich ist – sind schon fast eine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit. Auch Weihnachtsfeiern der Abteilungen und des Gesamtunternehmens wird seitens der Führungsebene viel Bedeutung beigemessen. Die Darstellung nach außen, insbesondere in den sozialen Medien, ist Gemeinschaftsaufgabe. „Wir wollen uns hier so authentische wie möglich dargestellt wissen“, sagt Michelle Rosowski. Deshalb tagt etwa alle zwei Wochen eine Social-Media-Redaktion aus verschiedenden Abteilungen und die Beiträge werden von den Mitarbeitern selbst verfasst. Meist sind das Erfahrungsberichte aus dem eigenen Bereich, die meist auch die Vorzüge des Heiligenhauser Unternehmens mit darstellen.

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