Kreis Mettmann Tag des offenen Denkmals

Familie und Freizeit : Denkmale öffnen sich fürs Publikum

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet das Motto des diesjährigen deutschlandweiten Aktionstags. Auch der Kreis Mettmann ist mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten dabei.

Bundesweit zählt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für Sonntag rund 8000 teilnehmende Objekte. Und das bietet der Tag des offenen Denkmals in den hiesigen Städten:

MONHEIM Das Monheimer Stadtbild befindet sich im Wandel. „Zwischen historischen, restaurierten Gebäuden und moderner Architektur werden nicht nur vergangene Tage sondern auch die Lust auf die Zukunft spürbar“, sagt Stadtsprecherin Birte Hauke. Dazu passt das Motto, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für den Tag des offenen Denkmals ausgewählt hat. Am Sonntag, 11 bis 18 Uhr, öffnen sich wieder etliche Türen und Tore im Stadtgebiet. Rund um die Altstadt laden zum Beispiel die Marienburg, das Lottner-Haus an der Kapellenstraße, der Kradepohl, die evangelische Altstadtkirche, das Sojus 7, das Deusser-Haus und die Marienkapelle zur Besichtigung ein. Im Heimatmuseum Deusser-Haus, An d’r Kapell 2, singt ab 14 Uhr der Richrather Shanty-Chor. Es gibt frisches Brot aus dem Steinofen sowie Kaffee und Kuchen. Am Vorabend, Samstag, 17 Uhr, veranstaltet der Heimatbund Monheim im Deusser-Haus seinen Mundart-Abend. Im Klartext: „Es ess alt widder suwick, dä Mundartovend!“

Lichtrefelexe in der Monheimer Mack-Pyramide. Foto: RP/Monheimer Kulturwerke

Am Sonntag um 13 Uhr eröffnet Bürgermeister Daniel Zimmermann den Denkmaltag offiziell am ehemaligen Wohnhaus an der Turmstraße 20. Lange Zeit wurde das Haus gastronomisch genutzt, jetzt soll hier ein Kunsthaus entstehen. Am Tag des offenen Denkmals präsentieren Experten einer Fachfirma den Fortschritt des Umbaus und der denkmalgerechten Sanierungsmaßnahmen.

Rund um das frühere Römerkastell Haus Bürgel mit Museum und Biologischer Station in Monheim gibt es für Kinder viel zu entdecken. Foto: RP/Haus Bürgel

Um 11.30 und 13.30 Uhr beginnen am Alten Markt Führungen. Bürgermeister Zimmermann lädt alle Interessierten ein: „Nehmen Sie an den Führungen teil, begegnen Sie Menschen, die sich für den Schutz, Erhalt und Erlebniswert der geschichtlichen Bauten engagieren, und entdecken Sie rund um die Altstadt auch einige andere Denkmäler im Stadtgebiet!“ Erstmals dabei ist unter anderem die alte Shell-Abfüllhalle, in der Schmieröle zu fertigen Verkaufsprodukten vermischt und in Fässer und Kanister abgefüllt wurden. Jetzt wird die Halle zur Kulturraffinerie K714 umgebaut. Anmeldungen für Führungen am Sonntag nehmen die Monheimer Kulturwerke unter Telefon 02173 276444 entgegen.

Das Kückeshaus an der Hildener Eisengasse (rechts) kann eine Ausstellung über die Geschichte des Gebäudes besucht werden. Foto: Tobias Dupke

Im Alleingang können die Besucher das Aalfischerei-Museum am Baumberger Rheinufer besuchen. Die „Fiat Voluntas“ stellt anschaulich die Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Rheinfischer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar. Materialien, Bauweise und Gestaltung wurden auf den ursprünglichen Zustand abgestimmt.

Anschauliches Beispiel für Veränderungen und Umbrüche ist auch die Baumberger Friedenskirche an der Schellingstraße, die die Moderne des späten 20. Jahrhunderts beschreibt. Die Anlage steht für die künstlerisch radikale Handschrift des international beachteten Schweizer Architekten Walter Maria Förderers und wurde von 1967 bis 1975 als Teil der städtebaulichen Planung für das Neubauviertel Baumberg-Ost errichtet.

In der Langenfelder Wasserburg Haus Graven öffnet die Pest-Ausstellung. Foto: RP/Förderverein Wasserburg Haus Graven

Neu im Programm ist die Mack-Pyramide an der Straße Am Kieswerk. Der Künstler Heinz Mack hat das Gebäude von 1987 bis 1990 gemeinsam mit dem Architekten Horst Schmitges entworfen. Im Inneren hängt ein Prisma aus Glas, in dessen bedampften Scheiben sich das Sonnenlicht bricht und die Spektralfarben spektakulär in die Nachbarräume werfen. Den so genannten Mack-Raum hat der Künstler mit verschiedenen Materialien und Einzelkunstwerken ausgestattet.

Auf Haus Bürgel dreht sich zeitgleich alles um die Themen Römer, Natur und Landwirtschaft. Die Biologische Station, das Römische Museum und die Kaltblutzucht Reuter versprechen ein abwechslungsreiches Programm. Besucher können nicht nur am Leben der Legionäre vor rund 1700 Jahren teilhaben, sondern auch Apfelsaft pressen und auf Teich-Safari gehen. Ein Imker erläutert das Leben der Bienen. Wer möchte, kann für kleines Geld auf den Planwagen klettern und mit der Kaltblutzucht Reuter durch die Urdenbacher Kämpe fahren. Die Fahrt kostet zwei Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder. Für einen Euro können Kinder auf dem Reitplatz reiten. Parkplätze stehen bei Haus Bürgel nicht zur Verfügung. Wer mit dem Auto kommt, kann an den Ortsausgängen Urdenbach und Baumberg parken. Neben den Bussen der Linie 788 verkehrt aber auch ein kostenloser Shuttlebus. Der Shuttle fährt im 30-Minuten-Takt zwischen dem Benrather Bahnhof und dem Monheimer Busbahnhof und hält nicht nur bei Haus Bürgel, sondern auch an anderen Standorten des Tags des offenen Denkmals.

Die Goldberger Mühle am Goldberger Teich  ist ein historisches Kleinod der Stadt Mettmann. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Die meisten Orte können spontan besichtigt werden. Anmeldungen für Führungen durch das Lottner-Haus sind unter Telefon 0171 6255405 möglich. Anmeldungen für Führungen durch die Mack-Pyramide und die alte Shell-Abfüllhalle nehmen die Monheimer Kulturwerke unter Telefon 02173 276444 entgegen. Das komplette Programm für monheim gibt es unter www.monheim.de im Bereich Denkmalschutz, weitere Infos auch unter www.hausbuergel.de.

LANGENFELD Die Wasserburg Haus Graven in Langenfeld-Wiescheid öffnet zum Tag des offenen Denkmals von 13 bis 18 Uhr. Empfangen werden die Gäste stilecht von Rittern der Gruppe „Leones Pugnae“, so wie es in einer mittelalterlichen Burg früher üblich war. Die Besucher können an Führungen durch die Räume der Burg teilnehmen, auch solche, die ansonsten nicht zugänglich sind; den Geschichtsraum im Turmzimmer mit historischen Bildern und Exponaten besuchen; die aktuelle Sonderausstellung „Der Schwarze Tod auf Haus Graven“ zur Pest im Bergischen Land besichtigen; sich Filme des VHS-Filmkreises zur Geschichte von Haus Graven und der Motte Schwanenmühle anschauen. Mitglieder des vereinsinternen Arbeitskreises „Geschichte“ geben gerne Auskunft zur wechselvollen Geschichte der Wasserburg und zur Arbeit des Fördervereins. Außerdem besteht an diesem Tag letztmals die Gelegenheit, die derzeit laufende Kunstausstellung „Werner Reuber – Malerei, Aquarelle, Holzschnitte“ zu besichtigen. Kulinarisch abgerundet werden kann der Nachmittag mit einem Besuch des Burgcafés, wo warme und kalte Getränke, köstliche Kuchen, herzhafte Speisen sowie erfrischendes Eis angeboten werden. Der Eintritt ist frei. Adresse: Haus Graven 1, 40764 Langenfeld. Parkplatz: In der Nähe des Segelflugplatzes Langenfeld-Wiescheid, Haus-Gravener-Straße.

RATINGEN Der Dicke Turm galt gentlich Anfang 1900 als Verkehrshindernis und sollte abgerissen werden. Der Turm mit einem Durchmesser von 11,70 Metern ragte in die Bauflucht der Turmstraße und stand dem geplanten Ausbau der Straße entgegen. Doch die Gegenwehr hatte Erfolg. Heute ist der Dicke Turm Domizil der Ratinger Jonges. Zu besichtigen ist er am Tag des offenen Denkmals durchgängig von 14 bis 17 Uhr.

Die Johann-Peter-Melchior-Schule in Lintorf wurde als Nachfolgebau des baufällig gewordenen Schulgebäudes an der Speestraße im Jahr 1954 auf dem Gelände des „Hofes Hinüber“ am Weiher 4 errichtet. Sie trägt den Namen des am 8. März 1747 in Lintorf geborenen Porzellanplastikers Johann Peter Melchior. Der Verein Lintorfer Heimatfreunde lädt am Tag des offenen Denkmals ab 11 Uhr zu einer Führung durch die Schule ein.

Auch das Museum Ratingen, Grabenstraße 21, beteiligt sich und lädt ab 11.30 Uhr zu einem vielseitigen Programm ein. Ab 11.30 Uhr können Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren beim Workshop „Eine Zeitreise durch Ratingen“ mitmachen. Um 14 Uhr gibt es außerdem die Gelegenheit, an einer öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung „Entwurf Zukunft. Ratingen-West und das Neue Bauen“ teilzunehmen. Und ab 16 Uhr sind die Künstler Myriam Laplante und Antoni Karwowski im Museum zu Gast. Ihre Performances finden im Rahmenprogramm der Ausstellung „Boris Nieslony: das es geschieht“ statt. Der Eintritt ist frei.

METTMANN In der Kreisstadt öffnet mit der Goldberger Mühle ein Denkmal für interessierte Besucher seine Pforten, das erstmals im Jahr 1450 erwähnt wurde und noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Betrieb war, um einen Beitrag zur Ernährung der Mettmanner Bürger zu leisten. Die Goldberger Mühle ist am Sonntag, 8. September, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt Speisen und Getränke, beispielsweise frisches Brot aus dem alten Königswinter-Backofen der historischen Mühle. Wenn an diesem Tag ausreichend Wasser zur Verfügung steht, werden sich auch die Holzräder für die Wasserkraftanlage drehen. Den ganzen Tag gibt es Führungen, die Teilnahme ist kostenlos. Außerdem läuft an diesem Tag rund um die Mühle ein Trödelmarkt. StattStandgebühr wird um eine Spende zum Erhalt der Goldberger Mühle gebeten. Adresse: Goldberger Mühle am Goldberger Teich, Mettmann, Goldberger Straße. Parkplatz: In der Nähe:  Am Mühlenteich 56.

HILDEN Elf Programmpunkte sind für Hilden eingeplant. Im ehemaligen Ratshaus und heutigen Bürgerhaus (Mittelstraße 40) findet um 10 Uhr eine einstündige Führung statt. Die historische Kornbrennerei und das Wilhelm-Fabry-Museum (Benrather Straße 32a) haben  erweiterte Öffnungszeiten (10 bis 18 Uhr). Im Rahmen einer Führung wird zudem ab 13 Uhr eine historische Dampfmaschine vorgeführt. Ebenfalls ab 13 Uhr wird im Gewerbepark-Süd (Hofstraße 64) die Geschichte des Parks vorgetragen. Außerdem findet von 11 bis 13.30 Uhr im Kunstraum des Gewerbeparks-Süd die Ausstellungseröffnung „Arte Povera e La Scuola di Piazza del Popolo“ statt. Im Silo der Gottschalksmühle (Mühle 64) werden die anspruchsvollen Sanierungsarbeiten präsentiert. Die Mühle hat zudem von 12 bis 16 Uhr geöffne. In einer Begehung der Alten Fabrik, die jetzt als AWO-Zentrum (Walder Straße 24) dient, wird ab 15 Uhr dargeboten, wie trotz Umbau der Charakter des historischen Gebäudes erhalten bleiben konnte. Ferner hat das Café von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus der Hildener Künstler (Hofstraße 6) hat von 14 bis 17 Uhr den Skulturenpark sowie einige Ateliers geöffnet. Im Fachwerkhaus Kückeshaus (Eisengasse 2, Schwanenstraße 12) kann von 11 bis 16 Uhr eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses besichtigt werden. In der Reformationskirche (Mittelstraße 66) findet um 11 Uhr eine Führung mit Fokus auf die neuen Prinzipalstücke sowie das neue Beleuchtungskonzept statt. Im direkten Anschluss beginnt gegen 11.45 Uhr eine Stadtführung zum Thema „Umbrüche im Stadtbild“. Treffpunkt ist vor dem Eingang am Kirchturm der Reformationskirche (Markt 18). Die Stadtführung endet bei der Katholischen Pfarrkirche St.-Jacobus (Mittelstraße 8), an der um 15.30 Uhr eine Führung durch die Kirche und das neue Pfarrzentrum mit modernem Atrium beginnt.

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