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Kreis Mettmann meldet Rekord bei Kurzarbeit

Kreis Mettmann : Kurzarbeit auf Rekordhoch, Arbeitslosenzahl bei 6,6 Prozent

Die Pandemie zeigt deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, informiert die Agentur für Arbeit. Mehr als 88.000 Beschäftigte sind in Kurzarbeit.

Die Kurzarbeit im gesamten Kreis Mettmann erreichte im Jahr 2020 ein Rekordhoch. Das meldet die Agentur für Arbeit Mettmann. Kreisweit zeigten bis November mehr als 6000 Betriebe für 88.370 Beschäftigte Kurzarbeit an.

Es handelt sich dabei um die vorläufigen Daten für den vergangenen Monat, die einen Jahresfortschrittswert abbilden. Zum Vergleich: Im März hatten 893 Unternehmen Kurzarbeit für 14.186 Beschäftigte angemeldet, ab diesem Zeitpunkt stiegen die Zahlen quasi stetig. Laut Agentur für Arbeit handelt es sich um einen „historischen Höchstwert“. „Die Kurzarbeit war 2020 für viele Unternehmen der Rettungsanker“, sagt Karl Tymister, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann, denn auf diese Weise konnten die Unternehmen Arbeitsplätze sichern. „Die hohen Zahlen zeigen aber auch, wie hart die Corona-Krise die Wirtschaft getroffen hat.“

Besonders betroffen von Auswirkungen der Corona-Pandemie waren geringfügig Beschäftigte. Ebenso wie in ganz Nordrhein-Westfalen sanken auch im gesamten Kreis Mettmann die Zahlen der in diesem Sektor Beschäftigten. Insgesamt waren es 26.382 und damit 1423 oder 5,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor (NRW-Durchschnitt minus 5,2 Prozent).

Auch die Arbeitslosigkeit ist im zu Ende gehenden Jahr gestiegen, liegt laut Agentur für Arbeit allerdings unter dem Wert der Finanzkrise 2009. 17.239 Personen waren im November kreisweit arbeitslos gemeldet, das sind 6,6 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent). 2009 und 2010 waren es jeweils mehr als 18.000. Ein besonders hoher Anstieg war 2020 in Bezug auf Empfänger der Arbeitsförderung zu erkennen (plus 44,8 Prozent), nicht ganz so stark lag dieser bei Empfängern der Grundsicherung (plus 10,1 Prozent).

Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei im Frühjahr corona-bedingt deutlich zurückgegangen, habe sich aber im Herbst wieder auf Vorjahresniveau erholt, informiert Karl Tymister. Auch die Stellenbestände, die ab März deutlich sanken, erholen sich ihm zufolge wieder. „Der Stellenbestand liegt im Kreis liegt somit noch immer über dem langjährigen Mittelwert von 2600 Arbeitsstellen; konkret bei 2719 Stellen.“ Der Ausbildungsmarkt liegt laut Tymister deutlich hinter dem Vorjahr zurück. „Es bestehen aber noch gute Chancen, in das laufende Ausbildungsjahr einzusteigen.“ Keine Auffälligkeiten gibt es für das Jahr 2020 beim Blick auf die Insolvenzen. 2019 waren es 112 Insolvenzen im Kreis, 2020 nur wenig mehr, nämlich 118.