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Konzertchor Ratingen mit Carmina Burana in der Stadthalle

Kultur in Ratingen : Imposante Version von Carmina Burana

Zwei Klaviere und fünf Schlagzeuge begleiten den Konzertchor Ratingen bei der Aufführung in der Stadthalle. Mit dabei ist am 20. November auch der Kinderchor der Liebfrauenschule.

() Eigentlich hatte sich der Konzertchor Ratingen das Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy vorgenommen. Doch Corona ließ es nicht zu, dass rund 75 Sänger gleichzeitig proben. Neben Internetproben bereitete der Chor schließlich Faust-Szenen von Robert Schumann vor, die im September aufgeführt wurden. Die Freude über das Konzert war so groß, dass der Konzertchor sich jetzt für ein weiteres Konzert entschieden hat.

Am Samstag, 20. November, bittet der Chor zur Carmina Burana in der Stadthalle Ratingen. Das Kulturamt habe dem Konzert dankenswerterweise stattgegeben. „Wir haben anfangs mit 300 Zuhörern geplant, nun dürfen es aber dank der 2-G-Regel sogar deutlich mehr sein“, so Chorleiter Thomas Gabrisch. „Wir haben uns für die unbekanntere, aber besonders spektakuläre Fassung der Carmina Burana mit zwei Klavieren und fünf Schlagzeugern entschieden“.

Die von Carl Orff autorisierte Fassung entstand erst 1954, annähernd 20 Jahre nach der Uraufführung. Orff wählte in den 30er-Jahren 14 Texte aus der um 1230 entstandenen Handschrift der „Carmina Burana“, einer Liedersammlung aus Benediktbeuern in lateinischer, mittelhochdeutscher und altfranzösischer Sprache. Sänger und Instrumentalisten erzählen vom Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, von Liebe, Lebenslust und Liebeswerbung, von Romantik, Mystik sowie dem Glauben an die Göttin des Glücks: „O Fortuna, velut luna statu variabilis“.

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Mitreißende Musik und bildhafte Schilderungen verdeutlichen, worum es geht: um Gelage, um Frühlingsgefühle und Schicksal. Mit Kevin Anderwaldt, Leon Günther, Julian Jaspers. Florian Köhn und Max Stracke am Schlagzeug hat der Chorleiter wieder außergewöhnlich begabte Studierende der Robert-Schumann-Hochschule engagieren können. Zu hören sind sage und schreibe fünf Pauken, drei Trommeln, Triangel, verschiedene Becken, Ratsche, Kastagnetten, Schlittenglocken, Tamtam, Tamburin, Röhrenglocken, Xylophon, Glocken und Glockenspieler. Die Pianistinnen Soomija Park und Rie Sakai sind zwei erfahrene Kolleginnen von Gabrisch, mit denen er schon seit vielen Jahren gerne zusammenarbeitet.

Als renommierte Solisten konnten Sabine Schneider, Peter Schöne und Joaqín Asiáin verpflichtet werden. „Mit Joaquín Asiáin konnten wir den Spezialisten schlechthin für die Rolle des Schwans in der Carmina Burana gewinnen: Er hat diese Rolle mittlerweile über 200 Mal in 13 Ländern gesungen“, so Thomas Gabrisch. Die Partie des Schwans ist in diesem Werk von besonderer Bedeutung. Carl Orff hat diese Arie für Tenor in einer außergewöhnlich heiklen, da hohen Stimmlage komponiert: dreimal hohes C, weitere drei hohe D und neun hohe H in drei Strophen gesungen. Asiáin übernimmt diese in Vollstimme und nicht im Falsett. Hingebungsvoll zeigt er dem Publikum, wie „der arme Schwan“ leidet und welch trauriges Schicksal er erleidet – letztendlich wird er gefressen. Das alles verpackt in einer grotesken, skurrilen Atmosphäre und mit einer gewissen Portion Humor.

Last but not least freuen sich die Sänger über die Unterstützung des Kinderchors der Liebfrauenschule Ratingen, der Schule, in der wöchentlich geprobt wird und der die Mitwirkenden sich daher besonders verbunden fühlen.