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Konzertchor Ratingen gibt nach Corona-Pause wieder ein Konzert

Kultur in Ratingen : Konzertchor beschert mit dem Elias einen grandiosen Abend

Solisten und die Sinfonietta Ratingen begleiteten den Chor bei seinem Auftritt in der Stadthalle. Das Konzert war eigentlich schon für 2020 geplant, doch dann kam Corona.

Eine grandiose Aufführung des „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einem der schönsten und bekanntesten Oratorien der Musikliteratur, gelang dem Konzertchor Ratingen unter Leitung seines Chorleiters Prof. Thomas Gabrisch vor fast ausverkaufter Stadthalle.

Zwei Jahre mussten Chorsängerinnen und -sänger, Solisten und das Orchester warten, denn Corona hatte die bereits für 2020 geplante Aufführung nicht eher zugelassen. Aber nun erlebte das Publikum eine Sternstunde der Chorliteratur. Thomas Gabrisch hatte wie immer hervorragende Solisten verpflichtet und die von ihm speziell für Ratingen gegründete Sinfonietta Ratingen, ein überaus feinfühliges  Orchester, das sowohl bei den Solo- als auch bei den Chorsätzen nicht den Fehler begeht, seine Stärke in phon auszuspielen, waren Garant für wunderschönes Musizieren, das unter dem mitreißendem Dirigat Gabrischs die Zuhörer erfreute.

Eine dramatische Dürre hatte das Land zu erdulden, die Ernten waren vertrocknet, die Menschen erlitten Hunger und Durst, – doch Elias schickt einen Fluch über das Volk und weissagt, dass es keinen Regen geben werde, es sei denn, das Volk ließe sich bekehren und würde sich von der Vielgötterei abwenden. Konrad Jarnot war hier ein überzeugender Prophet, stark, zornig und kämpferisch.

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Die wunderschöne Arie des Obadjah „So ihr mich von ganzem Herzen suchet“  hätte vielleicht ein wenig mehr Schmelz vertragen, wozu die Stimme von  Bryan Lopez  Gonzales durchaus fähig war. Eines der Glanzstücke des Oratoriums, „Denn er hat seinen Engeln…“ wurde hier von einem Solodoppelquartett gesungen und ging wahrhaft zu Herzen. Oft wird aus Kostengründen dieses zauberhafte Stück vom Chor übernommen, aber die vom Komponisten ausdrücklich gewünschte Solobesetzung war einfach hinreißend.

Sabine Schneider ist ein fest gesetzter Joker bei allen Konzerten des Ratinger Chores. Ihr weicher, zarter Sopran, der schwindelerregende Höhen scheinbar mühelos erklimmen kann, ist schlicht nicht zu überbieten. Die berührende Szene, in der eine Witwe den Propheten anfleht, ihren todkranken Sohn zu retten, gelang den beiden Solisten voller Inbrunst und Hingabe. Der gemeinsame Schluss, in dem die Witwe gelobt, den Herrn von ganzem Herzen zu lieben, begeisterte mit großer Expressivität und der Chor setzte mit überzeugender Fülle ein: Wohl dem, der den Herren fürchtet.

Die Szene, in der König Ahab sein Volk anhielt und seine Königin ihm beipflichtet, weiterhin dem Baalskult anzugehören, ist an Pathos kaum zu überbieten: Hier überzeugte ihr eigentlich warmer Alt mit aufhetzender Giftigkeit und liefert sich mit Bryan Lopez Gonzales, Konrad Jarnot und dem Chor als Volk ein fulminantes Getümmel: Elias sei Schuld an der Dürre: Er muss sterben!

Danach erlebten die Zuhörer einen Elias, der voller Müdigkeit und Verzweiflung seinen Rückzug in die Wüste ankündigt. Mit seiner Arie „Es ist genug“ vermochte Konrad Jarnot die Niedergeschlagenheit, die Verzagtheit des Propheten in Töne voller Hoffnungslosigkeit zu kleiden. Doch ein Engel gibt ihm Trost: „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“, - wiederum glänzte Valerie Eickhoff mit ihrer bezaubernden Stimme.

Das Solistenquartett und der Chor begeisterten mit dem Heilig, heilig, heilig, – eine Passage voller Hingabe und  Anmut. Sowohl die vier hervorragenden Solisten als auch der Chor und das Orchester leiteten dann über zu zum Schluss, in dem Elias erlöst wird, der Herr in seiner Herrlichkeit gepriesen wird und die Durstigen einlädt zu trinken.

Ein Konzertabend, der in seiner Großartigkeit mit jubelndem Beifall gefeiert wurde.