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Klinikum Niedrberg: Wirbel um Frühchen-Station hält an

Klinikum : Frühchen-Station: Land hält Niederberg für überversorgt

Die Schließung der Frühchen-Station am Helios-Klinikum hat in den vergangenen Wochen Wellen geschlagen. Jetzt kristallisiert sich heraus: Überraschend kam der Entscheid offenbar nicht.

(köh/RP) Zunächst hatten sich die Heiligenhauser FDP für den Erhalt der Station stark gemacht und sich ausdrücklich auf das langjährige Renommee der Abteilung bezogen.

Hintergrund: Bisher konnten Risikoschwangerschaften aus dem ganzen Kreis ins Helios Klinikum Velbert kommen. Das ist nun nicht mehr im bisher gewohnten Maß möglich. Grund dafür ist die Rahmenplanung des Bundes für Krankenhäuser.

Mit den Plänen hat sich unterdessen auch die SPD-Landtagsabgeordnete Elisabeth Müller-Witt beschäftigt. Sie führte nach eigener Mitteilung Gespräche sowohl mit der Geschäftsführung des Klinikums als auch mit dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Gemeinsam mit ihrer Fraktionskollegin Angela Lück aus dem Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat sich Müller-Witt um „eine Klärung des Vorganges“ bemüht.

Dabei habe sich herausgestellt, dass bereits seit Längerem klar war, dass aus der Sicht der Krankenhausgesellschaft aber auch der Politik im Raum Velbert eine Veränderung anstehen werde. So habe Minister Laumann kürzlich in einem Gespräch betont, dass er im Raum Velbert eine Überversorgung im Hinblick auf die Perinatalmedizin sehe. Nach Einschätzung seines Hauses sei die Versorgung durch die Kliniken in Essen und Wuppertal ausreichend. Darüber hinaus bestehe auch im nahen Düsseldorf eine weitere Möglichkeit der Behandlung.

„Erfreulich ist, dass der Minister noch darüber nachdenkt, ob auch eine Zwischenstufe der Versorgung zwischen den regulären Geburtskliniken und den hochqualifizierten Universitätskliniken eingeführt werden soll. Abschließend ist festzustellen, dass damit zu rechnen ist, dass auch weiterhin über Veränderungen in der Krankenhauslandschaft nachgedacht wird. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich künftig alle Akteure frühzeitig an einen Tisch setzen, damit „Überraschungen“ wie sie jetzt Velbert erlebt hat, dann nicht mehr möglich sind“, so Müller-Witt.