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Corona-Krise: Klinikum Niederberg sieht sich gerüstet

Corona-Krise : Klinikum Niederberg sieht sich gerüstet

Aktuell werden elf Coronavirus-Infizierte behandelt. Es gilt ein Besuchsverbot. Werdende Väter dürfen kommen.

Gerade noch hat man im Helios Klinikum Niederberg die Pläne zum 100 Millionen Euro schweren Neubau vorgestellt, (Mit Verzögerungen rechne man aktuell nicht), nun, während der Coronavirus-Pandemie, liegt der Fokus auf einer Krise ungeahnten Ausmaßes.

Es herrscht ein generelles Besuchsverbot. Bereits frühzeitig habe man einen Krisenstab gebildet, der sich täglich synchronisiere, um die schnellen Entwicklungen zu bewerten, und schnell notwendige Entscheidungen zu treffen, erklärt Sprecherin Nadine Formicola auf Anfrage. Elf positiv auf das Virus getestete Patienten werden an der Robert-Koch-Straße aktuell stationär versorgt, sechs davon auf der Intensivstation.

Im Regelbetrieb stehen dort acht Intensivplätze mit Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung. „Alle Vorkehrungen, um eine Aufstockung sofort in Betrieb zu nehmen sind bereits getroffen“, sagt Formicola. So sei der Pandemieplan des Landes NRW in der Klinik bereits umgesetzt, was bedeute, dass man eine Station als Isolierstation ausgewiesen habe. „Im Hinblick auf die aktuell schwer vorhersehbare Entwicklung haben wir, wie alle Krankenhäuser, unsere Kapazitätsauslastung deutlich heruntergefahren.“ Um zusätzliche Kapazitäten für die Behandlung von schwer verlaufenden Covid-19-Erkrankungen bereitzuhalten, folge man dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung. „Alle nicht dringlichen Operationen und Eingriffe werden bereits verschoben. Alle Patienten, bei denen eine Verschiebung notwendig ist, werden vom entsprechenden Fachbereich kontaktiert und informiert.“ Bei der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Verdacht auf das Corona-Virus folge man den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI), die wiederum auf aktuellen Mitteilungen der WHO basieren.

Das generelle Vorgehen bei Verdachts- oder Krankheitsfällen im Helios Klinikum Niederberg unterscheide sich kaum von anderen ähnlichen Viruserkrankungen wie der Influenza oder auch den bereits bekannten Viruserkrankungen mit ähnlichen Coronaviren. Bei Verdachtsfällen werden in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden alle Vorkehrungen getroffen, um den Befund zu sichern, die betreffenden Patienten zu isolieren und nach dem Stand des Wissens zu therapieren. Corona-positive Patienten werden strikt von den anderen Notfällen getrennt. Für die nicht mit Corona in Zusammenhang stehenden Notfälle werden ausreichend Kapazitäten in allen Bereichen vorgehalten. Bei zunehmendem Bedarf würde nach einem durch die Krankenhaushygiene – auch auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Institutes - entwickelten Stufenplan verfahren.

Die Versorgungslage, beispielsweise für Schutzmaterial sei derzeit jedoch spürbar angespannt, eine Task-Force arbeite intensiv daran, notwendige Produkte an internationalen Märkten zu finden und einzukaufen. „Bei indikationsgerechtem Einsatz ist unsere Klinik aktuell gut mit den notwendigen Schutzmaterialien ausgestattet.“

Die Mitarbeiter werden darüber hinaus speziell für die intensivmedizinischen Bereiche geschult und trainiert. „Zusätzlich befinden wir uns im Prozess, Mitarbeiter für Assistenzarbeiten auf der Intensivstation zu schulen, um das dortige Fachpersonal nachhaltig zu entlasten. Unsere Ärzte aller Fachbereiche sind jederzeit bereit, Kollegen in anderen Bereichen zu unterstützen. Wir erleben eine sehr große Solidarität unter den Kollegen. Einige melden sich proaktiv, um an der Basis mitzuhelfen, wenn das Aufkommen an coronainfizierten Patienten zunimmt.“