Lintorf: Kleine Schauspieler feiern ihre Schule

Lintorf: Kleine Schauspieler feiern ihre Schule

25 Jahre Montessori-Pädagogik an der Eduard-Dietrich-Schule - dazu gab es eine Uraufführung, mehr Programm folgt.

Vor einem Vierteljahrhundert wurde in der Schule an der Duisburger Straße die erste Montessoriklasse unter der Leitung der damaligen Rektorin Petra Braun-Hammes eröffnet. Mit zwei Vorstellungen des Schülertheaters im Ratinger Stadttheater sollten die Feierlichkeiten beginnen. Im Anschluss findet die Projektwoche "Gestern - Heute - Morgen" statt, deren Ergebnisse beim großen Schulfest am Ende der Woche präsentiert werden.

Leider blieb am ersten Abend der wohlverdiente Applaus für die jungen Schauspieler aus, denn bedingt durch einen Blitzeinschlag im Theater, musste die Vorstellung aufgrund eines Stromausfalles vorzeitig abgebrochen werden. Doch tags darauf konnten sie ungehindert mit ihren Darbietungen glänzen und den Zuschauern einen Einblick in das Leben der Maria Montessori und in die Grundgedanken der nach ihr benannten Pädagogikansätze gewähren.

Bei der Auftaktveranstaltung zum Jubiläum berichtete Braun-Hammes, wie es im Jahre 1992 zur Einrichtung der ersten Montessori Klasse in Lintorf kam. Als sie die Leitung der Schule übernommen hatte, sei sie vom Zustand der Schule nicht wirklich begeistert gewesen. "Ich hatte mir für 'meine Schule' etwas anderes vorgestellt. Als Mutter hatte ich in Mettmann an der Schule meiner Tochter die Pädagogik Maria Montessoris kennen und schätzen gelernt", erzählte die ehemalige Schulleiterin. Dies wollte sie auch in Lintorf einrichten. Und so konnte im Schuljahr 1992/93 die erste Montessori-Klasse in Lintorf starten. Zunächst erstmal nur für Schüler des ersten Schuljahres. Im Laufe der Zeit stieg jedoch die Nachfrage, so dass das Angebot ausgebaut werden konnte. Doch was ist so besonders an den Pädagogikansätzen Montessoris?

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"Führet euer Kind immer nur eine Stufe nach oben. Dann gebt ihm Zeit, zurückzuschauen und sich zu freuen. Lasst es spüren, dass auch Ihr Euch freut, und es wird mit Freude die nächste Stufe wählen", sagte einst Maria Montessori. Als Grundgedanke der nach ihr benannten Pädagogik gilt die Aufforderung "Hilf mir, es selbst zu tun". Beobachtungen durch den Lehrer sollen dazu führen, geeignete didaktische Techniken anzuwenden, um den Lernprozess der Kinder optimal zu fördern, Aufmerksamkeit und Konzentration anzuregen, ohne dass sie sich dabei langweilen. Die Methode konzentriert sich als Pädagogik auf die Bedürfnisse, Talente und Begabungen des einzelnen Kindes, das am besten in seinem eigenen Rhythmus und in der eigenen Art lernt. Die Kinder werden dazu ermutigt, grundsätzlich selber zu entscheiden, was, wann, wie und wie lange und mit wem sie lernen möchten. Dadurch wird die natürliche Freude des Kindes am Lernen gepflegt und führt es zu einer Entwicklung einer ausgeglichenen Persönlichkeit. Wenn Schüler in einem eigenen Rhythmus und den eigenen Interessen folgend lernen, erlebensie Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und verinnerlichen das Gelernte viel besser. Wichtig dabei ist es laut Montessori, dass die Umgebung kindgerecht gestaltet ist. Übersichtlich angeordnete und aufgeräumt aufbewahrt Materialien sollen dem kindlichen Geist als Orientierung dienen und letztendlich zum Gebrauch motivieren.

Das Konzept ging in der Eduard-Dietrich-Schule auf. Mittlerweile wird in allen zwölf Klassen mit Schülern aller vier Jahrgangsstufen nach dem Prinzip gearbeitet. "Die Entwicklung dorthin war nicht immer frei von Ängsten und Bedenken gewesen", sagte die derzeitige Schulleiterin Edith Winter.

Doch alle, Lehrer, Eltern, Schüler, Hausmeister, Sekretärin und der Förderverein haben mit hohem Engagement dazu beigetragen, dass es funktioniert.

(mvk)