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Kistenweise Fotos fürs Heimatarchiv

Lintorfer Zeitdokumente : Kistenweise Fotos fürs Heimatarchiv

Liesel Mentzen hat dem Verein Lintorfer Heimatfreunde mehr als 3000 Bilder aus dem Familienbesitz geschenkt. Die werden nun alle digitalisiert und beschriftet. Das wird noch einig Monate Arbeit in Anspruch nehmen.

Dietmar Falhs, Fotoarchivar beim Verein Lintorfer Heimatfreunde (VLH), strahlt. Er hat einen wahren Schatz vor sich auf dem Tisch im Büro des Heimatvereins liegen: Fotoalben von Liesel Mentzen und ihrer Familie. 3000 bis 4000 Bilder, so schätzt Falhs, sind da zusammen gekommen, Darunter ein Fotoalbum mit den Hochzeitsbildern von Hans Erdmann, dem ersten Zahnarzt in Lintorf.

„Die Bilder haben wir schon digitalisiert“, erzählt Falhs. Jetzt müssen sie nur noch sortiert und verschlagwortet werden. Das wird aber sicher noch einige Zeit am Rechner bedeuten.

Ein ganzes Album ist voller Fotos von der großen Überschwemmung im August 1954. „Kein Wunder, dass Mentzens viele Fotos davon haben“, sagt der Archivar. Schließlich sei der Beekerhof schwer vom Hochwasser betroffen gewesen.

Die Familie Mentzen ist aber auch eng mit dem Schützenbrauchtum in Lintorf verbunden. So gibt es auch viele Fotos von Schützenfesten bereits aus den 1950er Jahren. Eines zeigt den Schützenkönig von 1959. Es ist Hans Zimmer von der Tell-Kompanie, die damals ihr 50-jähriges Bestehen feierte.

Fotos von der Hochzeit des Zahnarztes Erdmann hatten die Lintorfer Heimatfreunde schon vereinzelt in ihrem Archiv, konnten aber den genauen Zusammenhang nicht einordnen. Nun gibt es eine ganze Serie davon, denn die Hochzeit hat einen ganz konkreten Bezug zum Beekerhof: Hans Erdmann hat nämlich Änne Mentzen geheiratet.

Nicht alle Fotoalben zeigen Fotos aus Lintorf. Eines trägt den Titel „Olympische Spiele Rom 1960“. Familie Mentzen, schon damals sehr reiselustig, war nach Rom gefahren, um dieses sportliche Großereignis persönlich zu erleben. „Da werden wir vom Heimatverein sicher irgendwann einmal einen Vortrag mit Fotos der Familie Mentzen anbieten können“, ist sich Dietmar Falhs sicher.

Die Fotos sind für Falhs Lintorfer Zeitdokumente, über die er sich sehr freut. Das Geschenk kam nach einem Gespräch mit Liesel Mentzen quasi stapelweise. „Ich habe Liesel Mentzen angerufen und als ich sie besuchte, saß sie in der Küche und hatte die Kisten mit den Fotos schon gepackt und dort bereit stehen“, sagt Falhs. Genauso wichtig wie die Fotos selbst sind die Namen der abgebildeten Personen. Und da kann dann Liesel Mentzen ebenfalls weiter helfen.

Und wenn der Ball erst einmal ins Rollen kommt, ergibt sich so manches wie von selbst. Dietmar Falhs  steht auch in Kontakt mit Tim Küsters aus Angermund, der Familienforschung betreibt und zudem mit der Familie Mentzen verwandt ist. „So kann man die Familie noch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten“, sagt Falhs.

Bis die ganzen Fotos ausgewertet und mit den entsprechenden Namen versehen sind, werden nach Schätzung von Falhs sicherlich noch Monate vergehen. Dabei macht der Archivar die Arbeit nicht allein, sondern hat immer Unterstützung von anderen Freiwilligen aus den Reihen der Heimatfreunde.

Und so wächst das Fotoarchiv des Vereins nun dank des Geschenks von Liesel Mentzen weiter an. Allerdings wird es für Falhs aus einem Grund immer schwieriger, die Zeitdokumente auszuwerten, denn die Zeitzeugen sterben nach und nach aus.