Heiligenhaus/Langenfeld: Kino-Schätzchen stehen hoch im Kurs

Heiligenhaus/Langenfeld: Kino-Schätzchen stehen hoch im Kurs

Für eine Ausstellung über Medien in der Region sucht der Bergische Geschichtsverein alte Fotos von Kinosälen, unter anderem aus Langenfeld und Monheim. Heiligenhaus hätte ein Kapitel beizutragen.

In Heiligenhaus hat mit der Beteiligung an den "Filmschauplätzen NRW" schon vor einiger Zeit ein ganz neues Kino-Erlebnis etabliert: "Open-air-Kino mit besonders ausgewähltem Angebot gehört beinahe schon fest zum Programm. In die andere Richtung - Kino-Historie - zeigt eine Aktion des Langenfelder Geschichtsvereins.

Die neuartige "Kinetographie" fesselte Anfang des 20. Jahrhunderts die Besucher. Die bewegten Schwarz-Weiß-Bilder auf der Leinwand übten eine große Faszination aus. Auch auf den damaligen Langenfelder Bürgermeister Friedrich Kreusch, der sich deshalb für ein städtisches Kino stark machte. Am 4. Juli 1920 eröffnete er die "Gemeinde-Lichtspiele" gegenüber dem Rathaus, auf dem alten Stadtwerke-Gelände quasi das erste "Gasometer". Ein alter Gastank wurde zum Raum für das filmische Vergnügen. Die "Gemeinde-Lichtspiele" waren das einzige kommunale Unternehmen dieser Art im Kreis und bestanden 33 Jahre lang. Es entwickelte sich vor allem nach der Umstellung auf den Tonfilm 1931 zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. 1948 zählte es schon über 192 000 Besucher. Die Gemeinde erwog daher, ein zweites Lichtspielhaus zu gründen. So ist es auf den Erklärungstafeln des Stadtmuseums zu entnehmen. Doch aus dem zweiten städtischen Kino wurde nichts. Neue kommunalrechtliche Vorschriften verboten der Gemeinde solch wirtschaftliche Aktivitäten, so dass sie das Kino 1952 privatisieren musste. Es wurde als "Theater am Dreieck" privat weitergeführt. Seit Ende des Kino-Booms 1962 ist das Rex das einzig verbliebene Kino, das bis heute besteht und seit 2000 von der städtischen Tochtergesellschaft Schauplatz GmbH betrieben wird. Auch Heiligenhaus blickt auf ein Stück Kinogeschichte zurück. Die Anfänge liegen satte 106 Jahre zurück. Ausschnitte einer Chronologie: Es war der Friseur Walter Leicht, Jahrgang 1889, der sich für die neuen Lichtspiele stark machte. Los ging es mit dem Thalia Theater im Hotel Central, es folgte das "Apollo-Lichtspieltheater" - mit einer auffallenden Fassade im klassizistischen Stil. 1928 eröffnete Leicht das neue "Capitol", in das 1931 auch der Tonfilm Einzug hielt. 1951 übernahm Heinz Müller mit seiner Ehefrau das "Capitol" und betrieb es bis 1961. Als Pächter hatten sie bereits in der Hauptstraße 172 (heute C & A) das Kronen-Theater für kulturelle Veranstaltungen übernommen. Der Umbau des Hotelsaals "Zur Krone" zum modernsten Filmtheater Heiligenhaus mit Breitleinwand, 118 Plätzen auf dem Balkon und 430 in Parkett. Es schloss vor 40 Jahren.

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Ein zweiter Spielort, die "Filmbühne", hatte bereits im Jahr zuvorschließen müssen.

Jetzt soll die Regionalgeschichte des Kinos in neues Licht gerückt werden. Im November soll es eine Ausstellung in der Opladenert Villa Römer geben. Die Medienausstellung der drei Vereine Bergischer Geschichtsverein Abteilung Leverkusen-Niederwupper (BGV), Opladener Geschichtsverein von 1979. Leverkusen (OGV) und die Stadtgeschichtliche Vereinigung Leverkusen (StV) wollen die Entwicklung der Zeitungen, der ansässigen Verlage und Druckereien sowie die Geschichte der Lichttheater darstellen. Dafür werden Fotos, Erinnerungen und Objekte gesucht.

(RP)
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