Kindesmissbrauch: Prozess-Auftakt gegen einen Heiligenhauser

Der Angeklagte saß bereits längere Zeit im Gefängnis.: Sohn des besten Freundes missbraucht?

Der Angeklagte aus Heiligenhaus saß bereits längere Zeit im Gefängnis. Und nun gibt es gegen den Beschuldigten einen weiteren Tatvorwurf.

Fünfmal stand er schon wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht, zweimal wegen des Besitzes von kinderpornografischen Schriften. Mehr als 13 Jahre Haft waren so zusammengekommen.

Und nun gibt es gegen den Angeklagten aus Heiligenhaus einen weiteren Tatvorwurf. Er soll vor mittlerweile zwei Jahren den damals sieben Jahre alten Sohn seines besten Freundes sexuell missbraucht haben, während beide bei ihm übers Wochenende zu Besuch gewesen seien. Während der Vater auf der Toilette gewesen sei, soll der 55-Jährige den Jungen gebeten haben, sich in der Küche auf seinen Schoß zu setzen. Weil sich Täter und Opfer schon lange kannten, habe das Kind keinen Verdacht geschöpft.

Auf seinem Schoß sitzend, soll der Angeklagte dem Jungen die Hose runtergezogen und an seinem Penis manipuliert haben. Der Junge habe über Schmerzen geklagt, was den Mann nicht davon abgehalten haben soll, mit dem Missbrauch weiterzumachen.

Als der Angeklagte den Vater habe von der Toilette kommen hören, soll er dem Jungen die Hose hochgezogen und ihn angewiesen haben, sich auf die Couch zu setzen. Dazu soll er das Kind gezwungen haben, nichts von dem Vorfall zu erzählen. „Das bleibt unser Geheimnis“, soll er dem Siebenjährigen gesagt haben.

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Mit den Tatvorwürfen bei Gericht konfrontiert, kommentierte der Angeklagte die Sache so: „Ich habe den Jungen nicht angefasst - und damit fertig.“ Dass man bei seiner Festnahme im Mai in seiner Wohnung kinderpornografisches Material auf dem Computer gefunden hatte? Dass er einen posierenden Jungen als Bildschirmschoner auf dem Laptop ständig vor sich sehen würde? Schulterzucken beim Angeklagten und sonst nichts.

Das Kind habe er von Geburt an gekannt, da er mit dem Vater seit mittlerweile 13 Jahren eng befreundet sei. Es habe gemeinsame Spaziergänge und Spielplatzbesuche gegeben, passiert sei da nie etwas. Nur die vom Vater des Jungen getrennt lebende Mutter habe ihn angefeindet, vor allem auch wegen seiner Vorstrafen. Sie sei gegen die Freundschaft der beiden Männer gewesen und habe es nicht gutgeheißen, wenn der Sohn bei ihm gewesen sei.

Die ihm nun vorgeworfene Tat leugnete er auch im Verhandlungsverlauf vehement. „Die Toilette ist gegenüber der Küche. Ich hätte doch jederzeit damit rechnen müssen, dass der Vater des Jungen in der Türe steht.“ So eine Sache nehme ja auch Zeit in Anspruch und die habe es in dieser Situation gar nicht gegeben.

Am nächsten Verhandlungstag sollen das mittlerweile zehnjährige Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit und später auch noch dessen Vater gehört werden. Für den Angeklagten steht neben einer Haftstrafe auch die Sicherungsverwahrung im Raum. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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