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Lintorf: Kinder lernen, wie man im Notfall hilft

Lintorf : Kinder lernen, wie man im Notfall hilft

Im städtischen Jugendzentrum Manege in Lintorf gab es in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe einen Ersthelfer-Kursus für Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren.

Lennart ist zehn Jahre alt. Er hat vor kurzem miterlebt, wie Sanitäter der Johanniter-Unfall-Hilfe Erste Hilfe bei einer Nachbarin geleistet haben. Er wollte daraufhin auch lernen, wie man im Notfall richtig helfen kann. Der Ersthelfer-Kursus in der Manege kam ihm da sehr gelegen.

Auch die dreizehnjährige Anna ist in die Manege gekommen, um zu lernen, wie man richtig hilft und Hilfe rufen kann. Sie möchte Sicherheit gewinnen. Merle begründete ihr Kommen damit, dass sie später Kinderärztin werden möchte und schon mal etwas "Arbeitsluft schnuppern" wolle. Zusammen mit einer Gruppe weiteren Kindern ließen die drei sich dort von Tanja von Speicher, Ausbildungsleiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe Kreisverband Mettmann, Vorgehensweisen an potenziellen Unfallorten erklären.

Thema des Kurses waren Unfälle aus den eigenen Erfahrungsbereichen der Kinder, die einiges zu berichten hatten, was sie an Unfällen selber schon erlebt oder auch gesehen hatten. Als von Speicher die Kinder fragte, wie denn ein Unfall gemeldet wird, schnellten alle Finger hoch. "Man ruft die 112 an, sagt seinen Namen und Straße und Ort des Unfalls. Dann beschreibt man, was passiert ist und wie viel Leute verletzt sind und möglichst auch was für eine Art von Verletzung", trugen die Kinder fix zusammen. "Dann ist es noch ganz wichtig, dass ihr am Telefon noch ein wenig wartet, falls es noch Rückfragen seitens der Rettungskräfte gibt", fügte von Speicher hinzu. Auch beim Thema Nasenbluten wussten sie fast alle Bescheid. "Da muss man ein Kühlpack in den Nacken und den Kopf nach vorne beugen", sagte Kimberly. Von Speicher erklärte auch warum: "Würde man den Kopf nach hinten legen, rinnt das ganze Blut in den Hals, man verschluckt sich und es kann zum Erbrechen kommen. Durch die Kälte des Kühlpacks ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Blutung lässt nach." Anschließend wurden fleißig Pflaster zurecht geschnitten, damit sie perfekt auf Ellenbogen, Knie oder Fingerkuppe passen. Die Ausbildungsleiterin zeigte genau, wie richtig geklebt wird, damit alles sitzt und nichts kneift oder ziept. Auch wie man eine Hand ordentlich verbindet, stand an diesem Übungsnachmittag auf dem Programm. Am Folgetermin werden dann noch Kopfverletzungen "behandelt" sowie die Verwendung von Dreieckstüchern und Trageringen. Auch die stabile Seitenlage wird an diesem Termin natürlich nicht fehlen.

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"Erfahrungsgemäß haben die jungen Teilnehmer deren Handhabung besser drauf als manch ein Erwachsener. Im Gegensatz zu den Großen, die oft dazu neigen wegzuschauen, haben Kinder ein natürliches Bedürfnis zu helfen. Und da wollen wir sie auch abholen. Die Kurse haben das Ziel, bei ihnen die Angst zu lösen, damit sie helfen können. Je öfter sie damit konfrontiert werden, desto mehr bleibt hängen und desto sicherer werden sie. Darum machen wir neben der Ausbildung der Schulsanitätsdienste in den weiterführenden Schulen auch schon Kursangebote bei den Vorschulkindern im Kindergarten und in den Grundschulen. Die Kinder sind begeistert und tragen das Erlernte auch mit nach Hause. Manche Eltern melden sich daraufhin sogar zu eigenen Kursen an ", berichtete von Speicher.

(RP)