Kinder lernen in den Ferien die deutsche Sprache

Kinder lernen in den Ferien die deutsche Sprache : Lernen macht auch in den Ferien Spaß

Ausländische Kinder haben an einem Intensivtraining in Deutsch teilgenommen: Es war ein voller Erfolg.

Ossama schaut in die Runde. „Wir waren ins Zoo? Ist das richtig?“ Die Korrektur kommt prompt: „Wir waren im Zoo“, verbessert Khlud lächelnd. Der 14jährige Ossama lacht zurück: „Wir waren im Zoo. Da war es sehr schön“, erzählt der junge Syrer und zählt einige Tiere auf. Spontan beteiligt sich auch Juana. Die 12-jährige Kolumbianerin ist gerade seit einer Woche in Deutschland. „Elefant, Affe, Löwe und Nisferd“. „Nilpferd“, spricht ihr Lehrerin Corinna Stelter langsam und deutlich vor und Juana freut sich. Sie freut sich über die neue Sprache, sie freut sich vor allem über die neuen netten Kinder, die sie in den vergangenen zwei Wochen kennengelernt hat.

Khlud, die 13jährige Irakerin, mag sie ganz besonders gern, die beiden Mädchen verstehen sich ohne viele Worte. „Ich weiß immer was sie meint, auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen“, beschreibt es Khlud, die schon zwei Jahre in Deutschland wohnt.

Das FerienIntensivTraining, kurz FIT, ist ein durch die Landesregierung ins Leben gerufenes Programm, das erstmalig 2017 in ausgewählten Städten angeboten wurde. „Wir sind zum ersten Mal dabei, die Kosten trägt zum allergrößten Teil das Land, den Rest die Kommune“, erläutert Ratingens Schuldezernent Rolf Steuwe, der sich ein eigenes Bild von diesem ganz besonderen Sprachangebot macht. „Mein Eindruck ist überraschend positiv“, lässt er die fröhliche Truppe um sich herum wissen - Lehrerinnen, Helfer, Schüler. „Ich kann gar nicht sagen, wieviel Freude mir diese Kinder machen“, schwärmt auch die pensionierte Hauptschullehrerin Ute Pieczewski. „Es ist wirklich überwältigend, mit welch großer Freude und Neugierde die Kinder dabei sind. Und, wie sie sich auch oft ohne Worte verstehen, wir haben hier Teilnehmer aus 15 verschiedenen Nationalitäten. Kinder kennen keine Grenzen, das ist vorbildlich.“

Das für die Teilnehmer kostenfreie Programm ist so konzipiert, dass die 40 Teilnehmer zwischen 6 und 16 Jahren - aufgeteilt in zwei Altersgruppen - mit ihren Betreuern neben Unterricht rund um Wort und Grammatik zahlreiche Ausflüge unternehmen, um im Alltag und nicht im Klassenzimmer die Verständigung in deutscher Sprache zu üben.

„Wir waren im Kino, im Dschungelbuch“, erinnert sich Ossama. „Dort haben wir Popcorn und Getränke bestellt“, ergänzt Khlud, „jedes einzelne Kind durfte einmal sprechen.“ Bei dem Ausflug in den Krefelder Zoo konnten die Kinder ganz praktisch den Ticketkauf und Informationen zur Fahrtstrecke erfragen. „Alle Bediensteten waren immer sehr nett und geduldig“, lobt Ute Pieczewski und weiß: Gleich kommt ein weiteres Highlight auf die vielen Kinder hinzu - es geht zur Feuerwehr. „Ich freue mich so darauf“, jubelt die 10jährige Limar und dann fällt ihr noch ein, dass sie am Tag vorher mit den anderen Kindern „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt hat - auf Deutsch.

„Sie lernen hier mit viel Freude die Sprache“, so Lehrerin Corinna Stelter, der man ansieht, dass sie die Kinder sehr ins Herz geschlossen hat. Deren Augen strahlen um die Wette. „Zuhause sitze in nur in der Wohnung, das waren tolle Ferien“, freut sich Khlud und Ossama nickt eifrig dazu. „So viele neue Freunde habe ich gefunden, und ich habe erstes Mal deutsches Essen probiert. Kartoffeln mit heller Sauce, das ist, wie sagt man, lecker? Ja, das war richtig lecker!“

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