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Ratingen: Keine Spur nach Bus-Attacke

Ratingen : Keine Spur nach Bus-Attacke

Nach den vier Schlägern, die in der Discolinie ein Pärchen erheblich verletzt haben, wird immer noch gefahndet. Wie sicher sind Busse und Bahnen? Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher: "Übergriffe sind äußerst selten."

Noch keine konkreten Hinweise gibt es zu den vier Schlägern, die am Samstagmorgen ein junges Pärchen in der Discolinie übel attackiert haben. Wie berichtet, waren die Täter mit Schlagstöcken auf die 29 und 28 Jahre alten Ratinger losgegangen. Beide wurden zum Teil erheblich verletzt.

Erst im Juni war ein 50-Jähriger in einem Bus der Linie 771 von Homberg nach Ratingen mit einer Bierflasche schwer verletzt worden: Er wollte zwei Frauen zu Hilfe kommen, die im Bus von einer Gruppe junger Männer belästigt wurden. Wie häufig sind Übergriffe in Bussen und Bahnen? Wie sicher können sich Fahrgäste fühlen? Nach Angaben von Georg Schumacher, Sprecher der Rheinbahn kommen solche Übergriffe gegenüber Fahrgästen "sehr, sehr selten" vor.

Es gebe kaum Zahlen zu diesem Thema, sagte Schumacher gestern. Das höhere Risiko seien eindeutig Verkehrsunfälle. In seltenen Fällen komme es zu Aggressionen gegenüber den Fahrern, "weil sie die Grenzen aufzeigen, Tickets kontrollieren oder das Mitnehmen von Bierflaschen verbieten". Sie böten eben mehr Reibungsfläche. Aber ernste Tätlichkeiten zwischen Fahrgästen seien "superselten".

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Wie verhalten sich Fahrgäste, wenn Andere in Bedrängnis geraten? Grundsätzlich empfiehlt Schumacher, zunächst den Fahrer zu informieren: Der habe via Leitstelle einen schnellen Draht zur Polizei. Über eine Notfalltaste schlage er stillen Alarm. Fahrgäste sollten immer zunächst in den Selbstschutz gehen, rät er. Denn eine Flucht aus dem fahrenden Bus sei nicht möglich. Übeltäter sollten laut angesprochen werden, damit es jeder im Bus mitbekomme. Auch könne man andere Personen zur Hilfe auffordern. In vielen Bussen und Bahnen gibt es mittlerweile eine Videoüberwachung.

Doch im Fall der vier Schläger in der Discolinie gebe es "leider keine Aufzeichnung", so Schumacher. Auch der Kripo liegen nach Angaben von Polizeisprecher Uli Löhe noch keine Hinweise vor. Der 29-Jährige und seine 28-jährige Freundin hatten die Discolinie am Ostbahnhof betreten.

Als der Bus gegen 4.40 Uhr auf dem Europaring angekommen war, wurden sie mit großer Brutalität angegriffen. Der Fahrer stoppte und öffnete die Türen. Die Täter flüchteten. Beschreibung: vermutlich Marokkaner, zwischen 16 und 20 Jahre alt. Einer trug eine schwarze Weste, einer hatte dunkle Haare, die seitlich vollkommen kurz geschoren waren, auf dem Kopf jedoch länger waren. Hinweise an Tel. 9981 6210.

(RP/rl)