Breitscheid: Kein schnelles Internet am Mintarder Berg

Breitscheid: Kein schnelles Internet am Mintarder Berg

Der nördlichste Bereich in Breitscheid ist immer noch ohne moderne Glasfasertechnik. 24 Haushalte sind betroffen.

Rasend schnell durchs Datennetz düsen, Informationen abrufen, kommunizieren und arbeiten — für viele Bürger im Breitscheider Norden ist dies dank moderner Glasfasertechnik längst möglich. Doch nicht alle Bürger kommen in den Genuss dieser Hochleistungstechnik. Am Mintarder Berg gibt es rund 24 Haushalte, die von bequemem Online-Banking und anderen Serviceleistungen nur träumen können. Andrea Hochscheid und ihr Mann gehören zu den Betroffenen, die nicht verstehen können, warum der nördlichste Zipfel nicht mit der hochmodernen Glasfaser ausgestattet wurde.

Ein großer Teil der Anwohner, die am Mintarder Berg leben, sei selbstständig, berichtet Hochscheid. "Das Internet hält uns wettbewerbsfähig und ist heute das Medium schlechthin. Mein Mann ist selbstständig und vermittelt historische Rennwagen, insbesondere Maserati. 80 Prozent seiner Arbeit sind nur über das Internet möglich." Was Hochscheid und weitere Anwohner scharf kritisieren: Der Bereich um die Stooter Straße ist ausgebaut worden. Dann war plötzlich Schluss. Die Baufirma packte alles ein. Der Mintarder Berg blieb außen vor.

"Rapeedo — schnell wie das Licht", so heißt das Pilotprojekt in Breitscheid-Nord, das als erstes Teilstück des neuen Glasfasernetzes Ende 2011 in Betrieb ging. Betreiber dieses Netzes ist die KomMITT Ratingen GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Ratingen, die das Netz auch installieren ließ. Einige hundert Kunden hätten sich im Pilotgebiet bereits für Rapeedo-Produkte entschieden und Verträge mit KomMITT abgeschlossen, heißt es.

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Die Strategie ist klar: Mit dem Abschluss des Pilotprojekts in Breitscheid-Nord soll das weitere Stadtgebiet erschlossen werden. Ziel ist der flächendeckende Aufbau eines Glasfasernetzes für ganz Ratingen. Über die weiteren Ausbaugebiete sollen die Kunden selbst entscheiden. "Wir bauen dort zuerst, wo wir im Vorfeld die meisten Verträge abschließen konnten, um die Wirtschaftlichkeit des Netzes zu gewährleisten", erklärt Arnd Janus, Geschäftsführer der KomMITT.

Und genau dies scheint das Problem am Mintarder Berg zu sein. Das Projekt für die knapp zwei Dutzend Haushalte rechne sich nicht, heißt es. Anders ausgedrückt: Die Nutzer müssten sich massiv an den Kosten beteiligen. Hochscheid hat die Information bekommen, dass der Ausbau rund 60 000 Euro kosten soll. Für die Anwohnerin ist klar: Die Tatsache, dass die Anwohner am Mintarder Berg einfach unberücksichtigt bleiben, könne man nicht akzeptieren.

Die Stadtwerke-Tochter will auch den nördlichsten Bereich mit Glasfaser versorgen, doch man benötige dafür noch einen mehrmonatigen Vorlauf. Andrea Hochscheid, die zusammen mit ihrem Mann eine Immobilie am Mintarder Berg erworben hat, pocht auf die Glasfaserversorgung. Sie sagt: "Es ist nicht mal möglich, Musik aus dem Internet herunterzuladen. Dann bricht die Verbindung ein. Mintard ist Mintard. Und dazu gehört auch der Mintarder Berg."

(RP/rl)
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