Heiligenhaus Kaum Chancen für neuen Augenarzt

Heiligenhaus · Die fehlende Praxis in der Stadt sorgt anhaltend für Unmut. Das zeigte ein Infoabend der Bürgervereine mit Experten.

 Für augenärztliche Untersuchungen müssen die Heiligenhauser in die Nachbarstädte fahren.

Für augenärztliche Untersuchungen müssen die Heiligenhauser in die Nachbarstädte fahren.

Foto: ralph matzerath

Es ist ein chronisches Reizthema: Nach wie vor fehlt in der Stadt eine Augenarztpraxis. Das sorgt für erheblichen Ärger unter den Heiligenhausern. Deutlich wurde dies erneut bei einer Informationsrunde mit Experten auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Heiligenhauser Bürger- und Siedervereine (AHBS). Rund 50 Besucher verfolgten die Runde, organisiert von der Vorsitzenden Angelika Binkowski-Nimmert zum Stand der Dinge in Sachen "Augenarzt".

Denn der Facharzt-Bedarf wird — im Gegensatz zum Allgemeinmediziner-Bedarf — für den kompletten Kreis veranschlagt. Und der Kreis Mettmann sei, laut der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), mit 27 Augenarzt-Praxen überversorgt, erklärte Hans-Peter Meuser, Mitglied des Kreisstellenvorstandes der KV. Zum Vergleich: Sechs Augenarzt-Praxen sind in Velbert zu finden, sieben Praxen sind es in Ratingen. Die Heiligenhauser erklären ihren dennoch vorhandenen Bedarf so: Es sind vornehmlich ältere Menschen in einer Stadt betroffen, die viele Randgebiete hat und es geht nicht selten um Untersuchungen, zu denen man nicht mit dem Auto fahren darf.

Dass sich in naher Zukunft ein Augenarzt in Heiligenhaus niederlässt, dafür sieht Meuser derzeit wenig Chancen. "Ich bin nicht hergekommen, um Ihnen begründete Hoffnung zu machen." Einen kleinen Lichtblick gibt es da aber doch: "Die Richtlinien der Bedarfsplanung werden derzeit bundesweit grundlegend überarbeitet, es könnte sein, dass sich die Zahlen dann leicht verändern. Die Ergebnisse werden Ende Juli veröffentlicht. Dann muss aber immer noch ein Arzt gefunden werden, der sich in Heiligenhaus eine Praxis einrichten will.

" Das sei heutzutage ein immer höheres wirtschaftliches Risiko, erklärt der Allgemeinmediziner Meuser. "Das Einrichten und Halten einer Einzelpraxis ist ein hohes Wagnis, angesichts der Anschaffung von Gerätschaften im Wert von etwa 150 000 bis 200 000 Euro und unsicherer Sätze pro Patient. Deswegen gibt es immer mehr Gemeinschaftspraxen, denn eine Praxis muss sich vor allem lohnen." Das Kreisgesundheitsamt sei, so Dr. Rudolf Lange, kaum in die Prozesse integriert.

"Das Thema Augenarztsuche in Heiligenhaus ist bisher im Kreis kein Thema gewesen." Die Bürger jedenfalls fühlen sich verloren, inmitten dieses Zahlen- und Faktengewirrs. Seit fünf Jahren schon ist die Augenheilkunde im Rathaus ein Thema, berichtet Peter Parnow von der Wirtschaftsförderung. "Das Augenarzt-Duo aus Lintorf, hat damals die Kassenärztliche Zulassung von Dr. Wilhelm Schumacher übernommen und mit nach Ratingen genommen.

Die beiden jungen Ärzte hatten konkrete Anforderungen an die Heiligenhauser Zweigpraxis, die haben sie leider auch nicht in der Immobilie am Südring gefunden." Zur Veranstaltung nicht erschienen, war der eingeladene Langenfelder Augenarzt Dr. Karl Michael Schmidt, er könnte das Problem lösen. "Dr. Schmid hat eine Zulassung in Heiligenhaus an der Hauptstraße 256 eine Zweigpraxis zu eröffnen. Er ist sogar bei der KV-NO gelistet. Noch hat er diese Zulassung aber nicht genutzt", so Parnow.

(sade)