Heiligenhaus: Kaufland soll Kaufkraft in der Stadt binden

Heiligenhaus : Kaufland soll Kaufkraft in der Stadt binden

Die Verträge mit den Investoren für das Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Kiekert-Gelände sind unterschrieben. 2015 geht es los.

Die Freude ist auf allen Seiten groß: Bürgermeister Jan Heinisch für Heiligenhaus, Harald Flügge für die Stadt- und Bodenentwicklungsgesellschaft (SBEG), Bastian Hämmerle von Procom Invest aus Hamburg, Jörg Husemann für die Hahn Fonds Invest aus Bergisch Gladbach und nicht zuletzt Volker Hildebrand für Kaufland zeigen sich erleichtert, dass ein Meilenstein nach dem langen Weg der Vorbereitungen erreicht ist.

Mit Kaufland hat das noch zu bauende Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Kiekert-Gelände den wichtigen Ankermieter gefunden, der 70 Prozent des Gebäudes mindestens 20 Jahre lang in Anspruch nehmen wird. "Kaufland hat uns mit seinem Konzept überzeugt und sich damit gegen alle anderen Bewerber durchgesetzt", sagt Jörg Husemann.

Fast alle Lebensmittelhändler hätten Interesse am neuen Standort in der Heiligenhauser Innenstadt gehabt. Entscheidend waren das breite Sortiment mit Artikeln für jede Preisstufe und die Tatsache, "dass wir im Gegensatz zu vielen anderen sehr gut über zwei Geschosse arbeiten können", wie Kaufland-Regionalleiter Volker Hildebrand betont. Mit 3300 Quadratmetern wird die Fläche etwas kleiner sein als in Velbert (5000), aber das gesamte Produktsortiment könne untergebracht werden. Im Gegensatz zum Lokal in der Nachbarstadt werde es in Heiligenhaus sogar von Beginn an eine Frischfisch-Theke mit Bedienung geben.

Für die weiteren Flächen laufen zurzeit Gespräche mit Elektronikmärkten, Textilern und Sportartikelhändlern; darüber hinaus sind Gastronomie und "einkaufsnahe Dienstleistungen" vorgesehen. Die maximale Verkaufsfläche beläuft sich auf 5 600 Quadratmeter, dazu kommen noch Flächen für die Passage im Bereich des ehemaligen Haus der Kirche. Hier ist Platz für Einzelhandelsflächen ab 120 Quadratmetern aufwärts. Der Fokus liegt dabei auf Einzelhandelsunternehmen, die bisher noch nicht in der Stadt vertreten sind. "Aber wir führen gerne auch Gespräche mit Start-Ups und vergrößerungswilligen Händlern aus Heiligenhaus", sagt Husemann.

Rund 25 Millionen Euro groß ist die Summe, die das Joint Venture der Investoren für den Standort Heiligenhaus kalkuliert hat. "Das bedeutet, dass in den kommenden zwei Jahren in der Innenstadt fast 50 Millionen Euro investiert werden", sagt Jan Heinisch. Dabei hat er die 23 bis 24 Millionen Euro, die das Land für die Hochschule in die Hand nimmt, eingerechnet. "Zum Vergleich: Die Hauptstraße hat 1,3 Millionen Euro gekostet." Mit diesen Projekten, der Fertigstellung der Westfalenstraße und dem Basildonplatz, habe man in der Stadtentwicklung "ein gutes Stadium erreicht", betont Heinisch.

Das neue Einkaufszentrum und die Passage hoch zur Hauptstraße sind das größte Einzelhandelsprojekt für die Innenstadt seit 25 Jahren. Das bisher letzte war das Rathaus-Center im Jahr 1989, das vor kurzem einen neuen Eigentümer bekam (RP berichtete).

Die Konkurrenz zum bestehenden Handel in der Stadt sieht Bastian Hämmerle gelassen: "Wir haben jahrzehntelange Erfahrung mit den Projekten. Kritik und Angst gab es immer, aber die Läden waren auch 20 Jahre später noch da."

(stemu)
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