Ratingen : Marktplatz: Die Jecken lassen es richtig krachen

Tolle Stimmung, wunderbare Kostüme: Bürgermeister Pesch, als Bäcker verkleidet, musste beim Sturm aufs Bürgerhaus kapitulieren.

Heinz Hülshoff, der singende Wirt, steckte im schönsten Vollstress, den man sich nur vorstellen kann. Und so eilte er auch gestern mit viel Elan und bestens gelaunt von Termin zu Termin: Zunächst brachte er den Marktplatz musikalisch innerhalb kürzester Zeit in Wallung. Dann düste er ab Richtung Düsseldorf.

Im Herzen Ratingens ging auf der Bühne des Jugendrates die Post ab: Das große Prinzenpaar forderte frenetisch den Rathaus-Schlüssel, den Bürgermeister Klaus Pesch, diesmal als Bäcker verkleidet, noch fest in den Händen hielt.

Oben, von der ersten Etage des Bürgerhauses aus, grüßte bereits siegessicher das kleine Prinzenpaar des Kinderkarnevalkomitees (Rakika). Überhaupt: Wer wollte die Jecken beim symbolischen Sturm auf das Bürgerhaus aufhalten? Niemand! Pesch musste schließlich kapitulieren angesichts der geballten Karnevals-Power.

Bei schönem Wetter wackelte der Marktplatz, der diesmal besonders voll war. Immer wieder schauten Gäste aus Wirtschaft und Politik, die oben im Bürgerhaus feierten, mit großen Augen nach unten. Die Kostüme der Politiker konnten sich im wahrsten Wortsinn sehen lassen: Jörg Maaßhoff, CDU-Ratsherr aus Breitscheid, ging als Mischung aus Al Capone und Pate, besonders amüsant waren angeklebte, pechschwarze Koteletten. „Die kommen ja wieder ab“, meinte Maaßhoff schmunzelnd.

FDP-Fraktionschefin Hannelore Hanning trug eine schwarze Maske, die die Augen verhüllte. Man erkannte sie aber trotzdem. SPD-Fraktionschef Christian Wiglow und Uwe Meisenkothen (AfD) kamen als fromme Mönche daher. Und Jürgen Stuers (FDP) hatte sich in einen schnittigen Rennfahrer-Anzug gehüllt. Den musste er sich nicht etwa ausleihen. „Ich bin ja früher viele Rallyes gefahren“, berichtete er und erläuterte seine spezielle Kurventechnik, die er natürlich nicht verlernt hat und ab und zu gern noch einsetzt.

André Dietze, Leiter des Ordnungsamtes, schaute ebenfalls vorbei. „Wir haben alle verfügbaren Kräfte im Einsatz“, betonte er, zudem habe man einen Sicherheitsdienst engagiert. „Wir haben vor allem die Wild-Pinkler im Visier“, erklärte Dietze, der demnächst Leiter des Bürgeramtes wird.

Und was wird im nächsten Jahr? Gibt es dann einen Sturm auf das neue Rathaus? Der Tenor im Bürgerhaus war klar: Man möchte am Marktplatz feiern. Das Ganze habe sich gut eingespielt. Für die Jugend ist sowieso klar, dass die große Party im Herzen der Stadt steigen muss. Das Weiterfeiern findet traditionell in der Stadthalle statt. Dietze erklärte, dass alkoholisierte Gäste erst gar nicht in die Halle kamen, „am Eingang gab es strenge Kontrollen“.

Michael Hansmeier, Mitarbeiter des Jugendamtes, zeigte sich mit dem Verlauf des Vormittages sehr zufrieden: „Die Party auf dem Marktplatz lief wirklich sehr friedlich ab.“ Und für die große Fete in der Stadthalle waren im Vorfeld bereits 1300 Karten verkauft worden, dies sei Rekord, betonte Hansmeier. Das Konzept in Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Ordnungsamt und Polizei habe sich bewährt.

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