Ratingen: Kampf gegen Rattenplage

Ratingen: Kampf gegen Rattenplage

An der Industriestraße häufen sich Meldungen über Ratten. Sie toben durch Sandkästen und erklimmen sogar Balkone in der ersten Etage. Stadt will nun die Kanäle durchspülen lassen und lässt den Kammerjäger kommen.

Gerd Kichniawy, Anwohner der Industriestraße, schaut seit einiger Zeit immer ganz genau hin, wenn er seinen Balkon im Erdgeschoss betritt: Er will unangenehme Begegnungen mit Ratten ausschließen. Seit vielen Monaten beobachte er eine "wahre Rattenplage" in der Wohnanlage an der Industriestraße 35-41, schimpfte er gestern. Sogar auf die Balkons in der ersten Etage hätten es die Viecher schon geschafft. Viel schlimmer: Auch durch den Sandkasten in der Grünanlage der Wohnungsbaugenossenschaft tobten die Nager. Zahlreiche Beschwerden seien erfolglos geblieben, klagte Kichniawy. Die Stadt will nun in einer konzertierten Aktion die Plage ober- und unterirdisch bekämpfen, sagte gestern Wolfgang Engelhardt, zuständiger Abteilungsleiter beim Ordnungsamt.

Engelhardt bestätigte, dass es in diesem Bereich tatsächlich eine Häufung von Rattensichtungen gebe. Mit dem Tiefbauamt wurde gestern vereinbart, dass die Kanäle kräftig durchgespült werden. Danach werde noch einmal der vom Kreis Mettmann beauftragte Schädlingsbekämpfer ausrücken: Denn auch Köder würden bei einer solchen Spülaktion weggeschwemmt.

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Außerdem habe man den Eigentümer gebeten, das Gestrüpp und die Bodendecker radikal wegzuschneiden: Dahinter hatte Kichniawy zahlreiche Rattenlöcher gefunden. Warum sich ausgerechnet in diesem Wohnbereich die ungeliebten Nager neuerdings wohlfühlen, darüber mochte Engelhardt nicht spekulieren. Es komme aber schon mal vor, dass Ratten durch Bauarbeiten vetrieben würden und sich anderswo ansiedelten.

Wichtig sei, dass man keine Essensreste in die Toilette oder auf den Komposthaufen werfe: Das locke die Tiere unweigerlich an. Verboten sei das Füttern von Enten und Tauben: Was nicht direkt gefressen wird, ist ein Festmahl für Ratten. Bürger sind übrigens verpflichtet, einen Rattenbefall dem Ordnungsamt zu melden, das die Kreisgesundheitsbehörde informiert. Das Ordnungsamt beauftragt den Kammerjäger, der im Auftrag des Kreises in den Städten unterwegs ist. So legt er Fallen und Köder auf öffentlichem und privatem Gelände – in Ratingen immer montags. Kreisweit kostet das über 63 000 Euro, Ratingen muss 11500 Euro bezahlen. Im vergangenen Jahr sind die Meldungen von Ratten von 634 im Jahr 2008 auf 453 zurückgegangen, so Engelhardt.

(RP)
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