1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Kampf gegen Kriminalität und Angsträume in Ratingen

Sicherheit in Ratingen : „Der Umgang ist ruppiger geworden“

Intensiver Austausch zwischen CDU-Bundestagsabgeordnetem Peter Beyer und Polizeichef Frank Bauernfeind. Der hofft auf mehr Rückendeckung aus der Politik.

() Zu einem intensiven Austausch trafen sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer und der Ratinger Polizeichef Frank Bauernfeind, Erster Polizeihauptkommissar.

Clan-, Drogenkriminalität und Einbruchsdelikte und Vandalismus (Sprengung von Geldautomaten) würden auch in Ratingen einen Großteil der Arbeit der 95 Polizeibeamten ausmachen, so Bauernfeind. Aus der täglichen Praxis wisse er, dass nur ein konsequentes Durchgreifen Grenzen setze und Wirkung zeige. Dafür bräuchten die Beamten mehr Rückendeckung von der Politik – damit die Beamten auf einen rechtssicheren Handlungsspielraum zurückgreifen können. Beweislastumkehr, Strafmündigkeit mit zwölf Jahren, Datenabgleich zwischen Sozial- und Kfz-Behörden, sinnvoller Datenschutz und konsequente Abschiebung, wo es rechtlich möglich ist, seien solche Instrumente, die den Beamten in ihrer täglichen Arbeit bei der Verfolgung helfen würden.

Ratingen liege geografisch am Rande der Schwerpunktgebiete, und so sei es nicht verwunderlich, dass sich Straftaten aus diesem Milieu auch in die Dumeklemmerstadt verlagern würden. Zu den Vorwürfen gehörten Raub, Körperverletzung, aber auch Fälschungen, zum Beispiel bei Corona-Testnachweisen. Auch vermehrt Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, der sogenannte Enkeltrick, beobachte man mit großer Sorge. „Die Modus operandi sind höchst vielfältig und in ihrer Begehungsweise niederträchtig, da sie sich gegen die Zielgruppe wehrloser älterer Menschen richtet“, so der Polizeichef.

  • Der Busbahnhof am Düsseldorfer Platz steht
    Sicherheit in Ratingen : Mehr Sicherheit in der Innenstadt
  • Nach Amoklauf an US-Grundschule : Polizeichef von Schulbezirk nach Enthüllungen über Versäumnisse beurlaubt
  • Weltgeiger Frank Peter Zimmermann hatte in
    Philharmonisches Konzert : Weltgeiger „FPZ“ vom Duisburger Publikum umjubelt

Die Schwerpunktgebiete von Gewalt- und Drogenkriminalität in Ratingen seien bekannt, könnten aber nicht rund um die Uhr observiert werden, wirft Bauernfeind ein. Beyer springt ihm bei: „Wir dürfen den Datenschutz nicht über den Opferschutz stellen. Die Polizei schützt den Bürger“. Oftmals setzten aber besonders enge datenschutzrechtliche Gesetze ein viel zu enges Korsett bei der effektiven Prävention oder Verfolgung begangener Straftaten.

Deutlich wurde in dem Gespräch, dass der Umgang, insbesondere in der Hochzeit der Pandemie, „ruppiger“ geworden und die Gewaltbereitschaft in bestimmten Milieus gestiegen sei. 

Dennoch sei der Beruf des Polizisten für viele junge Leute noch immer interessant. Die Bewerberzahlen entwickelten sich positiv, wenngleich es eine recht hohe Zahl gebe, die die Abschlussprüfungen nach durchlaufender Ausbildung nicht bestünden. „Teamgeist, Fairness, Verantwortung und ein gutes Image – trotz schwieriger und teilweise auch gefährlicher Aufgaben – machen den Beruf attraktiv“, so der Polizeichef. Die Bewerberzahlen im Kreis Mettmann seien konstant hoch, stellte Bauernfeind heraus.