Vereine in Hilden Kalte Duschen machen wenig Probleme

Hilden/Ratingen · Mitglieder von Sportvereinen können in den Sporthallen in Hilden nur noch kalt duschen, auch in Schulen ist das Warmwasser abgestellt worden. Das Verständnis ist groß. In Ratingen bleibt das Wasser nur in den Waschbecken kalt.

Das warme Wasser wird bald schon wieder angestellt, damit die Sportler im Winter duschen können.

Das warme Wasser wird bald schon wieder angestellt, damit die Sportler im Winter duschen können.

Foto: Illustration: Martin Ferl

Es war eine Entscheidung, die über die Hildener Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt hat. Im Juli entschied sich die Stadtverwaltung dazu, Warmwasser und Heizungen in den städtischen Sporthallen und Grundschulen abzustellen. Damit könne man den Gasverbrauch erheblich senken und dazu beitragen, dass die Speicher im Winter ausreichend gefüllt sind, hieß es damals von Bau- und Klimadezernent Peter Stuhlträger.

Ab dem 1. Oktober soll es aber wieder warmes Wasser zum Duschen geben. Das hat eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe vorgeschlagen. „Wir haben im Team gemeinsam Ideen entwickelt, sie unter verschiedenen Aspekten bewertet, einige verworfen und andere ausgearbeitet“, berichtet Peter Palitza, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft.

Der Verwaltungsvorstand habe der Maßnahme zugestimmt. Demnach wird in den Sporthallen (und den Schulen) das Warmwasser wieder eingeschaltet und vorher auf 70 Grad aufgeheizt, um mögliche Legionellen abzutöten. Die Vereine müssen jedoch mit einer anderen Einschränkung leben:  In der Vergangenheit hat die Verwaltung die Heiztemperatur flexibel an die verschiedenen Sportarten – ob bewegungsintensiv oder eben nicht – angepasst. Um Energie zu sparen, werden diese Einzelfall-Lösungen vorübergehend eingeschränkt, hieß es. Stattdessen sei die Maximaltemperatur einheitlich für alle Einrichtungen 17 Grad.

Auch das werden die Sportler überleben. Bereits die Warmwasserabschaltung hat sie kalt gelassen, sie zeigten Verständnis für die Maßnahme der Stadt. „Kalt abduschen nach dem Sport ist kein Problem.“, sagt Javid Mousavinia von der Volleyballabteilung des TuS Hilden.

In Ratingen werden die Sportvereine in diesen Tagen über konkrete Maßnahmen informiert, hieß es auf RP-Anfrage. So wollte man ursprünglich die Duschen kalt lassen – und zwar bis Ende November. Man hat aber wegen der Gefahr der Legionellen-Bildung nun entschieden, weiter warmes Wasser in den Duschen anzubieten. In die Waschbecken werde aber kaltes Wasser fließen, hieß es.  Die Temperatur in den Sporthallen wird konstant bei 15 Grad Celsius liegen. Eine weitere Energiesparmaßnahme: Die Beleuchtung in den Sporthallen  wird zu den Trainingszeiten punktgenau ein- und wieder ausgeschaltet.       

Zurück nach Hilden: Beim dortigen Stadtsportverband, dem Dachverband der Sportvereine, gab es keine Klagen. „Wir haben bisher eigentlich keine Rückläufe zu dem Thema bekommen“, sagt der Vorsitzende Harald Noubours. Die Duschen werden den Verband aber auch weiter beschäftigen. „Wir werden Gespräche mit den Kommunen führen“, sagt Noubours. Denn jetzt im Sommer ist eine kalte Dusche nach dem Sport sicherlich besser auszuhalten als im Winter und im Herbst. Das Abstellen der Heizung spielt aktuell wegen der warmen Temperaturen ohnehin keine Rolle.

„So wie jetzt kann es aber auf keinen Fall bleiben, wenn es kalt wird“, sagt Bärbel Ottohenning. In ihrem Verein trainieren auch Kinder ab zehn Jahren. Das Einzugsgebiet der Boxer sei sehr groß. „Viele fahren deshalb mit dem Bus oder der Bahn nach Hause, nach Düsseldorf, Solingen oder Mettmann“, sagt die Geschäftsführerin. Viele machten das aktuell ungeduscht, noch verschwitzt nach dem Training. Im Winter gehe das nicht – und muss auch nicht geschehen, wie die Verwaltung nun beschlossen hat.

Auch für Schwimmer gibt es weiterhin Einschränkungen. Die Stadtwerke haben in den Bädern bereits vor einigen Monaten die Wassertemperatur gesenkt: Das Freizeitbecken hat 30 Grad Celsius, das Babybecken und Whirlpool mit 34 Grad Celsius jeweils ein Grad weniger. Im Schwimmerbecken wurde die Temperatur auf 25 Grad Celsius und im Nichtschwimmerbecken auf 26 Grad Celsius um zwei Grad gesenkt. Weitere Senkungen seien allerdings derzeit nicht geplant. So sieht es auch in Ratingen aus, wo man in den Bädern überhaupt kein Wehklagen hört. Man ist froh, seine Bahnen ziehen zu können – kälteres Wasser hin oder her.  

Die Grundschulen in Hilden kommen mit der Situation ebenfalls gut zurecht. Nach dem Schulsport werde ohnehin nicht geduscht, und in den Klassenräumen habe es noch nie warmes Wasser gegeben, heißt es beispielsweise von der Astrid-Lindgren-Schule. Und von der Temperaturabsenkung auf 19 Grad, die für öffentliche Gebäude beschlossen worden ist, sind Schulen und Kitas ausgenommen: „Kinder haben ein anderes Kälteempfinden als Erwachsene“, erklärt Schul- und Jugenddezernent Sönke Eichner. „So lange es irgendwie möglich ist, werden wir darauf Rücksicht nehmen.“

Bei der ursprünglichen Entscheidung der Stadtverwaltung, das warme Wasser abzustellen, hat es damals Kritik vom Stadtsportverband gegeben. Denn die Sportvereine wurden von der Entscheidung der Verwaltung überrascht und nicht in die Überlegungen einbezogen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort