Heiligenhaus: Kaffeerösterei im alten Bahnhof eröffnet

Heiligenhaus: Kaffeerösterei im alten Bahnhof eröffnet

Am Panoramaradweg haben sich Uwe und Alexandra Liebergall einen Traum erfüllt - Treffpunkt nicht nur für Experten.

"Aus der Tasse. Und schwarz." So trinkt Uwe Liebergall seinen Kaffee am liebsten. Das klingt furchtbar einfach für einen Kaffee-Sommelier, der die Kaffee-Anbaugebiete der ganzen Welt persönlich kennt, der mit Importeuren in ganz Europa zusammenarbeitet - und der vor etlichen Jahren feststellte: Meine eigene Rösterei in Velbert ist auf Dauer zu klein. Was dann folgte, war alles andere als furchtbar einfach, aber jetzt ist es fast fertig: Am Panoramaradweg entstand in der Güterabfertigungshalle des alten Bahnhofs an der heutigen Westfalenstraße 14 die Kaffeerösterei "Kult-Kaffee".

Weder drinnen noch draußen erinnert irgendetwas an den Zustand, in dem Liebergall und seine Frau Alexandra den Bau vor etwa zweieinhalb Jahren übernahmen. Drinnen, im modernen Probier-Coffeeshop, herrschen dunkles Holz, heller Putz und Naturstein vor. Hier kann der Gast seinen Kaffee aus Liebergalls eigener Röstung probieren.

"Wir sind aber in erster Linie ein Produktionsbetrieb", sagte der Chef gestern, eine Woche nach der Eröffnung, für die er bewusst nicht groß die Werbetrommel gerührt hatte. Aber ist der Cafébetrieb auch das Nebengeschäft - "die ersten Tage haben unsere Erwartungen weit übertroffen". Und das, obwohl nicht gerade durchgängig Ausgeh-Wetter herrschte. Die große Außenterrasse direkt mit Blick auf das alte Bahnhofsgelände und den Panoramaradweg entwickelt sich zum Treffpunkt - nicht nur wegen des großzügigen Fahrradparkplatzes nahebei.

"Ein paar optische Details" fehlen noch - aber Ende der Woche soll die Kaffeeproduktion an der Westfalenstraße anlaufen. Denn neben den freundlichen Angeboten fürs Verweilen gibt es hinter Glastüren die unterschiedlichen Röstmaschinen, die "Füllfix"-Abfüllanlage und alle Gerätschaften, mit denen Liebergall maximal 30 Tonnen Rohkaffee jährlich veredeln kann. So viel Rohkaffee fasst das neue Lager. Der Experte beliefert Restaurants, Cafés, Hotels und Wiederverkäufer in ganz Deutschland. Zum Start gab es gestern ein Geschenk in Kombination mit einem "Verwaltungsakt", wie Bürgermeister Jan Heinisch es augenzwinkernd nannte. Eine Wappenplatte zur Dekoration und eine schriftliche "Gestattung der vorzeitigen Nutzung" für den Aktenordner.

Am Anfang des Projekts stand der Immobilienverkauf. Zur alten Güterabfertigung gehörten noch ein Stück Gleisbett und der Bahnsteig. Letzter ist inzwischen komplett erneuert, darauf stehen die Terrassentische ebenso wie auf der Plattform eines alten Eisenbahnwaggons. "Wir waren jahrelang auf der Suche, bevor wir uns für dieses Objekt entschieden", sagte Liebergall. Beim Antrittbesuch des Bürgermeisters lobte er gern die erfreuliche Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Mit dem Start nehmen Liebergall und seine Frau Alexandra Pläne in den Blick. Im Herbst möchte man mit einem Veranstaltungsprogramm beginnen, das sich mit Verkostungen an Kaffee-Experten wendet und mit Zubereitungs-Seminaren an kaffeebegeisterte Genießer. Ein Betriebsgeheimnis bleibt vorerst, wann die "Heiligenhauser Röstung" auf den Markt kommt.

(RP)