1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Junge Gründer sind bundesweit Mangelware - außer in Ratingen.

Junge Gründer : Mit grünen Strom auf die eigenen Beine

Morris Haid (18) und Florian Legermann (19) wollen Photovoltaikzellen auf Rollos und Jalosien zur Stromerzeugung nutzen.

Sie sind jung, ambitioniert, selbstständig und wollen die Welt ein wenig verbessern, sie nachhaltiger machen. Die Rede ist nicht von Fridays for Future-Aktivisten, sondern  von Morris Haid (18) und Florian Legermann (19). Die beiden Ratinger, die sich seit ihrer Schulzeit generell für Naturwissenschaft begeistern können, wollen mehr Nachhaltigkeit in das alltägliche Leben bringen.

Was seine Anfänge in einem Schülerprojekt hatte, ist heute zu einer eigenen Firma gewachsen: Solaregy. Die beiden Jungunternehmer wollen mit Photovoltaikzellen auf Rollos und Jalousien das Sonnenlicht auf den Glasfronten von Gebäuden für die Stromerzeugung nutzen. „Grüner Strom“ nennen sie das. „Jeder weiß, dass wir in einer Gesellschaft leben, die zu viel Energie verbraucht. Der entscheidende Punkt ist, woher unsere Energie kommt“, sagt Morris. Die bekannten Wege der Stromerzeugung durch Kohle seien mit der Klimaentwicklung nicht mehr vereinbar. „Mit Solaregy wollen wir eine erprobte Alternative in einem innovativen Umfeld bieten“, sagt Florian, ein passionierter Tischtennisspieler in seiner Freizeit.

  • Melanie Hackländer-Koll ist Gründerberaterin bei der
    Gründer in Wermelskirchen : Gründer haben es wegen Corona nicht leicht
  • Devran Sezek aus Goch präsentiert mit
    „Die Höhle der Löwen“ : Diese Gründer hoffen in Folge zwölf auf einen Deal
  • In Schermbeck soll eine neue Hochspannungsleitung
    Gemeinderat hat entschieden : Resolution gegen Strom-Trassenführung über Schermbeck

Den beiden jungen Männern aus Lintorf bei der Umsetzung der Idee geholfen und mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben Alex Giesecke und Nico Schork, die ebenfalls im Schüleralter die bekannte Lern-App „simpleclub“ auf den Markt brachten. Wichtig für den späteren Erfolg sei es immer, sich Rückmeldungen zu holen, bei erfahrenen Gründern oder Experten.  Das haben Morris und Florian früh getan. „Wir haben uns Feedback bei vielen Wettbewerben und Programmen geholt. Bei der Businessplan-Challenge der Non-Profit-Initiative Startup Teens haben wir 2019 den zweiten Platz in der Kategorie Education und Smart Living belegt.“

Die beiden Lintorfer aber haben Mut und Ausdauer bewiesen, ihr Projekt unbeirrt weiterentwickelt und sich einen von 800 bei Startup Teens ehrenamtlich tätigen Mentoren geholt, der sie seither auf ihrem Weg unterstützt. Das ist Markus Fromm-Wittenbeg von der Firma Gira, die intelligente Systemlösungen für die elektrotechnische und vernetzte digitale Gebäudesteuerung offeriert. „Ich stehe den Beiden mit meiner Expertise im Bereich Smart Home zur Verfügung. Zudem helfe ich den Jungen, dass sie bei ihrer Idee den Fokus behalten, um das Ziel, das sie erreichen wollen, auch zu realisieren.“ Mit seinem eigenen breiten Netzwerk kann er dem Team auch Türen zu potenziellen Unterstützern öffnen, ist sich das Gründer-Duo sicher. „Für uns war das Feedback extrem wertvoll. Wenn Du als junger Gründer für Deine Idee brennst, bist Du eben nicht objektiv“, erzählt Florian zum Mentoring. Ein Mentor mit dem Blick von außen und jeder Menge Branchenerfahrung setze  den richtigen Rahmen um die Idee und bewahre einen davor, falsche Entscheidungen zu treffen, erklären die beiden Gründer. Ebenso werden die beiden Lintorfer von der Mitsubishi Electric mit Räumen und der Firma Startplatz mit Mentoren unterstützt.

Und wie geht es nun weiter für Solaregy und ihrem Produkt? Erst einmal soll das Rollo- und Jalousien-Produkt „RaffSun“ fertigestellt werden, um in die Testphase zu starten. Hier muss „RaffSun“ streng genormten Anforderungen standhalten. Anschließend beginnen die ersten Pilotprojekte. Parallel dazu arbeitet Solaregy daran, einen Investor ins Boot zu holen.