1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Jubiläum für ein Festival

Festival in Hilden : Die 25. Jazztage waren ein voller Erfolg

Trotz Corona-Auflagen und Regen hatten rund 3000 Besucher im Zelt auf dem Caesar & Loretz-Gelände Musik-Genuss open air.

Der Mann steht unter Strom. Kein Wunder, denn Peter Baumgärtner ist seit Dienstag vergangener Woche zusammen mit seinem Partner Uwe Muth verantwortlich für die diesjährigen Hildener Jazztage, die jetzt zum 25. Mal über die Bühne gingen. Im letzten Jahr fiel das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Festival durch Corona aus. „Das hatte wenigstens den Vorteil, dass wir nun im 25. Jahr tatsächlich das 25. Mal spielen konnten.“

Kurz vor den beiden letzten Konzerten am Sonntag-Nachmittag hat Baumgärtner Zeit für ein Resümee: „Ungefähr 3000 Zuschauer unter diesen Pandemie-Bedingungen waren da. Das finde ich erfolgreich.“ Zumal die Resonanz aus dem Publikum durchgehend positiv ausfiel. Es gab viele Komplimente für das hochkarätig besetzte Programm. Baumgärtner war in diesem Jahr als Besucher auf einem internationalen Festival in St. Sebastian in Nord-Spanien. „Da war nicht so viel los wie hier.“

Für den Jazz-Profi war diesmal die in Südafrika geborene Sängerin Tuto Puoane eine echte Entdeckung. „Sie ist in den Benelux-Ländern schon bekannt, hat eine großartige Stimme und wird demnächst Aufnahmen mit der WDR-Bigband machen.“ Auch die dreiköpfige Band „The Kuti Mangoes“, die besten Afro-Jazz bietet und deren Musiker aus Kopenhagen stammen, sei eine tolle Bereicherung des Festivals gewesen.

  • Axel Fischbacher Five Birds & Strings–
    Musikfestival in Hilden : Die 25. Jazztage waren ein voller Erfolg
  • 25. Hildener Jazztage: August Zirner &
    Musikfestival dauert bis Sonntag : Die 25. Hildener Jazztage starten im Zelt
  • Persönlicher Höhepunkt: Festival-Macher Peter Baumgärtner sitzt
    Hilden : Hildener Jazztage: Das sind die Top Acts

Baumgärtner scheint erleichtert, dass er und alle seine Partner auch unter erschwerten Bedingungen – 3G-Regeln und teilweise viel Regen – Hildens international bekanntes Event auf dem Parkplatz von Caesar & Loretz durchführen konnte. „Dem Chef Ulrich van der Linde und Ullrich Schneider, Chef der Stadtwerke bin ich besonders dankbar.“ Als kurz vor Beginn des Festivals ein schon geprüftes Strom-Aggregat auf dem Gelände komplett ausfiel, sorgten die Stadtwerke ganz schnell mit Mitarbeitern und einem Lastwagen für Ersatz. „Das Provisorium war dann aber auch der Grund, warum es manchmal am Eingang so gerochen hat.“

Kritisch äußert sich der Organisator über einige Politiker der Stadt, die eine Fortsetzung der Jazz-Tage im nächsten Jahr in Frage stellen. „Wenn ich höre, diese Entscheidung sei politisch schwierig, frage ich mich, wie es sein kann, dass Menschen, die noch nie eins unserer Konzerte besucht haben, das so sehen können.“ Die Veranstaltung sei bis nach New York bekannt. In diesem Jahr wurden drei Konzerte wieder durch den WDR übertragen und in der „Lokal-Zeit“ des WDR ausführlich darüber berichtet. „Das ist doch ein echtes Aushängeschild für die Stadt.“

Finanzielle Bedenken lässt der engagierte Mann nicht gelten: „Ich zahle auch den Foodtruck, die Verpflegung hinter der Bühne für das ganze Team.“ Vergebene Rechte an Gastronomen gäbe es nicht. Seine Frau Claudia schmiert Brötchen, Uwe Muths Frau Claudia sitzt an der Kasse. „Klar, die Plakatierung haben wir vergeben, aber die Banner habe ich eigenhändig aufgehängt und werde die Kabelbinder auch eigenhändig entfernen.“ Dass das Unternehmen „Sensitive Colours“ auch etwas verdienen muss, sei klar. „Ich bekomme aber keine Gehaltserhöhung.“

In den letzten Tagen hat der 63-Jährige im hiesigen Stadthotel übernachtet, weil der Weg zu seinem Wohnort in Duisburg spät abends einfach zu weit ist. Nach den Auftritten gäbe es vielleicht noch mal ein Glas Wein. „Wir sind ja nicht mehr so jung wie früher.“

Gefragt nach seinem schönsten Erlebnis spürt man wieder die Musiker-Seele in dem Manager Peter Baumgärtner, die ihn wohl schon immer antrieb, den Jazz auf die Bühne zu bringen: „Wenn ich selber Schlagzeug spiele – das ist das Schönste.“