Ratingen: Jonges restaurieren den Ehrenfriedhof

Ratingen: Jonges restaurieren den Ehrenfriedhof

Die Grabsteine sind sauber, die Inschriften wieder lesbar. Und die Grünfläche kann sich auch wieder sehen lassen.

Überwucherte Grabsteine, deren Inschriften zum Teil kaum noch zu lesen waren: Für die Ratinger Jonges ein Anlass, einmal gründlich sauber zu machen und die Pflanzen zurückzuschneiden. Doch so einfach, wie sich die Mitglieder des Ratinger Heimatvereins die Verschönerung des katholischen Teils des Ehrenfriedhofs an der Werdener Straße gedacht hatten, ging es dann doch nicht, wie Guido Multhaupt, Beisitzer Stadtbildpflege bei den Jonges, gestern erklärte. Denn der Ehrenfriedhof steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Und da dürfen nur Experten in Abstimmung mit der Denkmalbehörde ran.

Die Experten für die Grabsteine kamen vom Steinmetzbetrieb Berns in Duisburg. „Die haben viele Inschriften wieder lesbar gemacht, so dass viele Grabsteine für Jahrzehnte erhalten bleiben“, sagte Multhaupt. Dazu gehört das sogenannte „Grab Nummer 1“ direkt hinter der Bushaltestelle. Die Inschrift des Grabsteins weist auf den Enkel des Cromford-Gründers Brügelmann hin.

Und nicht nur die Grabsteine wurden saniert, sondern auch die Grünflächen. Durch Rückschnitt wurden die Sichtachsen wieder freigelegt, dunkle Ecken beseitigt. „Durch die Pflanzung von Taxus-Hecken werden die Steine eingerahmt. Zwiebelpflanzen ergänzen die vorhandene Bepflanzung“, erklärt Julia Ostermann von der Stadt Ratingen. Zum vorhandenen Grün zählen Magnolien und Rhododendren, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr blühen und so für Farbtupfer sorgen. Oberstes Ziel sei es jedoch gewesen, wieder optische Klarheit auf dem Ehrenfriedhof zu schaffen, und zwar mit zurückhaltender Bepflanzung.

Damit sich die Ratinger künftig gerne dort aufhalten, haben die Jonges neue Bänke spendiert. Die gesamte Maßnahme hat 50.000 Euro gekostet, 40 Prozent davon haben die Jonges investiert. Und damit nicht genug: Im Laufe dieses Jahres soll auch der evangelische Teil des Ehrenfriedhofs auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Angriff genommen werden. Mit an Bord ist erneut der Steinmetzbetrieb Berns.

Untrennbar mit dem Ehrenfriedhof verbundes ist der Portikus auf dem katholischen Teil. Den hatten die Jonges bereits in der Vergangenheit restauriert. Im vergangenen Jahr jedoch hatten Unbekannte Portikus und Kruzifix mit blauer Farbe verschandelt. Die Spuren auf dem Gitter und am Portikus selbst sind inzwischen beseitigt. Das Kruzifix jedoch ist jedoch noch nicht wieder hergestellt. Wann das Kreuz zurückkommt, steht noch nicht fest. Guido Multhaupt spricht von zeitnah, aber auch davon, dass es wohl noch um die Finanzierung geht.

Um nun auch der Ratinger Bevölkerung den restaurierten Ehrenfriedhof zu zeigen und zu erklären, was dort alles gemacht wurde, planen die Jonges in diesem und im nächsten Jahr eine Führung. Genaue Termine stehen aber noch nicht fest.

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