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Jagdschein: Das „Grüne Abitur“ in Heiligenhaus fordert heraus

Heiligenhaus : Jagdschein: Das „Grüne Abitur“ fordert heraus

Die Anforderungen für den Jagdschein sind hoch. Nicht umsonst nennt man die Prüfung das „Grüne Abitur“. Im September startet im Heiligenhauser Umweltbildungszentrum ein neuer Kurs. Es sind noch Plätze frei.

Kurz vor der Prüfung im April kam der Lockdown. Da steckten die Teilnehmer des aktuellen Jägerkurses des Umweltbildungszentrums schon mitten in den Vorbereitungen für ihre Abschlussprüfungen, die dann nicht stattfanden. So waren zum Beispiel sämtliche Schießstände landesweit dicht. „Deswegen geht der aktuelle Kurs etwas länger“, sagt Stadtförster Hannes Johannsen zum Stand der Ausbildung.

Es muss also noch mal gelernt werden und das für Prüfungen, die ohnehin als höchst anspruchsvoll gelten. Aufgrund ihrer Schwierigkeit nennt man die Lehrgänge mit abschließender Jagdscheinprüfung auch gerne mal „Grünes Abitur“.

Wer in Deutschland den Jagdschein bekommen will, muss dafür drei Prüfungen absolvieren. Eine schriftliche mit jeweils 25 Fragen aus vier Kategorien, eine mündliche, bei der die Prüfer eine halbe Stunde lang willkürlich aus einem Katalog von 620 Fragen auswählen können, und die Schießprüfung, bei der mit drei verschiedenen Waffen drei verschiedene Ziele getroffen werden müssen.

Bundesweit liegt die Durchfallquote im Schnitt der letzten Jahre bei etwa 20 Prozent. Für die Heiligenhauser Jagdkursteilnehmer stehen nun im August die Nachholtermine an. Am 1. September beginnt dann auch schon der neue Kurs, in dem noch Plätze frei und buchbar sind, wie Förster Hannes Johannsen mitteilt.

Der ist froh, den Kurs in Kooperation mit der Kreisjägerschaft überhaupt anbieten zu können. Coronabedingt sei aber die Zahl der Plätze von den eigentlich 20 auf nun 15 Plätze reduziert. „Im Seminarraum werden deswegen Tische rausgerückt, damit die Teilnehmer den notwendigen Abstand halten können.“ Hier wird dann dienstags und donnerstags, ab 19.30 Uhr, gepaukt.

Zum Beispiel Wildtierkunde, Naturschutzrecht, Wetter, Biotop- und Landschafts-Pflege, aber auch Forstwirtschaft und generell Wald- und Klimaschutz gehört zu den biologischen Grundlagen, die ein Jagdschein-Anwärter sich aneignen muss.

„Zur Aufgabe des Jägers gehört auch die Verantwortung für den Schmetterling“, betont Johannsen. Dabei, so hat der Förster festgestellt, seien immer mehr Menschen, die an der Natur interessiert sind, die sich für die biologischen Zusammenhänge interessieren. „Ich schätze, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer wegen des Natur-Themas dabei ist.“ Doch die Vorbereitungen beschränken sich nicht rein auf die Theorie, zum Kurs gehören ebenso Exkursionen und natürlich auch regelmäßige Besuche auf dem Schießstand. Der sichere Umgang mit der Waffe wird hier zum Beispiel mit dem Schießen auf Scheiben, aber auch auf Tontauben geübt. Teilnehmen kann man ab 14. Jahren. Der Jugendjagdschein wird jedoch erst ab 16 Jahren ausgestellt.

Der Kurs schließt mit den Prüfungen im April. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 2000 bis 2500 Euro, je nachdem wie intensiv man den Schießstand nutzt. Weitere Informationen und Anmeldung bei Förster Hannes Johannsen, unter info@ubz-heiligenhaus.de oder hannes-waldland@arcor.de oder Wer sich die Fragen einmal genauer anschauen will, der findet einen Katalog der Prüfungsfragen, sowie rechtliche Antworten auf der Webseite des NRW-Ministeriums für Umwelt: www.umwelt.nrw.de/naturschutz/jagd-und-fischerei/jagd/jaegerpruefung