Italienische Nacht voller Geheimnisse

Ratingen : Italienische Nacht voller Geheimnisse

Die Orgelwelten in St. Peter und Paul verabschieden sich mit Konzert in die Sommerpause.

(RP/jün) Zum Start in die Sommerferien laden die Orgelwelten Ratingen zur italienischen Nacht voller Geheimnisse ein. An diesem Freitag, 12. Juli, verbreiten Livia Mazzanti aus Rom und Francesco Finotti aus Padua italienischen gusto an der Seifert-Orgel und ihrer Klangmagie in St. Peter und Paul. In der Pause zwischen den beiden Konzerten werden italienische Köstlichkeiten angeboten: von der klassischen Pizza, die zeitgleich mit der Orgel zum Weltkulturerbe erhoben wurde, über Antipasti aus eigener Herstellung und erlesenen Weinen aus italienischem Anbau.

Den Anfang macht Maestro Finotti, der in Ratingen durch seine exquisiten Bach- und Schumann-Abende sowie durch raffinierte Transkriptionen Glanzlichter gesetzt hat. Zur Italienischen Nacht gibt es Geheimnisse aus dem Schaffen von Franz Liszt: Die Sixtinische Kapelle mit dem eigens für diesen Ort komponierten „Miserere“ von Allegri, das Mozart aus dem Gedächtnis notiert haben soll, inspirierte den Rom-Freund Liszt zu einer Hommage an dieses emblematische Bauwerk: Evocation à la Chapelle Sixtine. Die Consolations für Klavier sind Tröstungen des reifen Liszt, der sich zum Lebensabend aus Weimar verzog und in Rom niederließ. Hauptwerk des Klavierwerkes von Liszt wird Höhepunkt des Abend sein: Maestro Finotti hat die h-Moll Sonate für Orgel transkribiert, ja orchestriert: das oppulente Werk hinter Geheimnisschleiern wird neu inszeniert.

Francesco Finotti kommt aus Padua mal wieder nach Ratingen. Er hat hier schon für einige Glanzpunkte gesorgt. Foto: RP/Privat

Im zweiten Konzert nach der Pause wird Livia Mazzanti aus Rom ihrem Ruf als Interpretin des Nebulösen, Geheimnisvollen nachkommen: ganz italienisch wird es mit Werken von Castelnovo - Tedesco, Scelsi, Rota und dem unvergesslichen Frederico Busoni, der Klavier- und Tonkunst neu vermessen hat. Mazzanti ist ebenso wie Finotti Schülerin von Jean Guillou, der im Januar im Alter von 88 Jahren in Paris verstorben ist. Sein Erbe einer Orgelkultur jenseits des orthodoxen Spiels vertritt Mazzanti mit eigener Note und italienischem Feuer. Ob skurille Klänge, feinsinnige Orchestration oder Sinn für das Mysterium hinter den Noten – die Römerin wird der Italienischen Nacht ein mystisches Finale bescheren.

Der Eintritt ist frei. Spenden für den Förderverein Musica sacra sind erwünscht. Einlass ist ab 19.30 Uhr am Hauptportal. Ende ist gegen 23 Uhr.

Nach der Sommerpause geht es in der Reihe der Konzerte  am Donnerstag, 3. Oktober, um 20 Uhr weiter mit Geheimnissen des Schöpferischen. Es spielt Geerten van de Wetering, Haarlem-Preisträger aus dem vergangenen Jahr

Informationen zum kompletten Programm der Orgelwelten gibt es im Internet unter www.orgelwelten-ratingen.de

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