Heiligenhaus: Instrumente sind zum Ausprobieren da

Heiligenhaus: Instrumente sind zum Ausprobieren da

Am Tag der offenen Tür an der Musikschule verwandelt sich das Haus in einen großen Probenraum.

Er hat seinen ganz besonderen Klang: Der Gong. Einen Klang, der tief in den Bauch geht und lange nachhallt. Und der, wenn man richtig drauf haut, auch richtig laut werden kann.

Geht da was? Auch dem Cello konnten die kleinen Besucher am Samstag erste Töne entlocken - unter Anleitung. Foto: Blazy Achim

Richtig laut wird es an diesem Samstag im Schlagzeugraum der städtischen Musikschule aber nicht, das ungewöhnliche Instrument beeindruckt die kleine Schar an Kindern und deren Eltern trotzdem, wie staunenden Augen beweisen. Das Instrument aber mal selbst ausprobieren? Da sind die potentiellen Nachwuchskünstler dann doch noch etwas scheu. Für Schlagzeug-Lehrer Kai Angermann ist das aber gar nicht so ungewöhnlich, denn er verrät: "Als ich mit 12 Jahren mit dem Schlagzeugspielen angefangen habe, und im Musikladen vor den vielen Schlagzeugen stand, da habe ich mich auch noch nicht getraut." Und genau deswegen öffnet die Musikschule regelmäßig ihre Räume für Familien und Musikinteressierte, die sich vorstellen können, ein Instrument zu lernen. Das kann man in jedem Alter. Und beim Tag der offenen Tür darf man Instrumente und Lehrer kennenlernen - und die Instrumente auch mal selbst ausprobieren. Ob es also die Blasinstrumente sind, und das erste große Erfolgserlebnis einen Ton aus einer Trompete hervorgezaubert zu haben oder der erste Akkord auf der Gitarre. Das Interesse ist groß. "Unser Tom trommelt zuhause auf allem was Töne hergibt", erzählt ein Vater, für den das alles andere als Lärm ist. "Das ist für uns das Zeichen, dass Musikunterricht diese musikalische Energie bündeln kann. Ob es dann tatsächlich das Schlagzeug wird, das kann er entscheiden, wenn er auch andere Musikinstrumente ausprobiert hat. Wir wollen das auf jeden Fall unterstützen."

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Sabine Mianowski sieht das ähnlich: "Man hört immer, wie gut Musikunterricht Kindern tut, deswegen möchten wir unserer Tochter zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, und wie viele unterschiedliche Instrumente sie zur Auswahl hat. Die Wahl ist natürlich nicht leicht, aber so ein Tag der offenen Tür hilft, das Interesse bei den Kindern zu wecken." Für die Eltern sei es wichtig, dass die Kinder sich freiwillig für ein Instrument entscheiden, aus zum Teil eigener Erfahrung wissen sie aber, dass das Üben dann aber nicht immer ein Spaziergang ist. "Aber es lohnt sich", wissen die, die ein Instrument beherrschen. Toms Vater bereut es, als Kind kein Instrument gelernt zu haben. Selbst noch ein Instrument zu lernen, das schließe er für sich nicht aus, im Gegenteil: "Es gibt ein bestimmtes Instrument, das mich sehr reizt." Welches das ist, möchte er nicht verraten, um seinen Sohn in der Auswahl nicht zu beeinflussen. "Im besten Fall", sagt er, "können wir dann irgendwann zusammen Musik machen." Dass sein Sohn schneller lernen wird, dessen ist er sich bewusst. Das aber sei der Lauf der Dinge. Forscher jedenfalls sind sich einig, das Erlernen eines Musikinstrumentes verbessert die Leistungen des Gehirns, denn sie steigere die geistige Beweglichkeit. Trotzdem soll die Freude an dem Instrument im Vordergrund stehen.

(sade)