Thorsten Enge Innovation in der Region darstellen

Ratingen · Der Verein Schlüsselregion geht in das siebte Jahr seines Bestehens. Eines der wichtigsten Vereinsziele, ein wissenschaftliches Institut in der Region aufzubauen, ist erreicht – und wurde mit der Gründung des Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum zusätzlich bereichert. Dr. Thorsten Enge ist Geschäftsführer des Vereins.

Der Verein Schlüsselregion geht in das siebte Jahr seines Bestehens. Eines der wichtigsten Vereinsziele, ein wissenschaftliches Institut in der Region aufzubauen, ist erreicht — und wurde mit der Gründung des Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum zusätzlich bereichert. Dr. Thorsten Enge ist Geschäftsführer des Vereins.

Im vergangenen Jahr "feierten" Sie das 100. Mitglied der Schlüsselregion. Konnten Sie inzwischen noch weitere Neumitglieder begrüßen oder stagniert die Entwicklung?

Enge Wir werden in der Region nach wie vor sehr gut angenommen von den Unternehmen, was uns natürlich sehr freut. Zurzeit haben wir 113 Mitglieder, von Stagnation kann also keine Rede sein. Unsere Kernzielgruppe — die Wertschöpfungskette rund um die Sicherungs- und Beschlagtechnik und deren Zulieferer — macht den größten Teil der Mitglieder aus. Rund 90 Prozent gehören dem industriellen Bereich an.

Sie haben im Laufe der Jahre mit vielen Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht. Was dürfen wir in diesem Jahr erwarten?

Enge Neben den regelmäßigen Netzwerktreffen und dem Wirtschaftsfrühstück konzentrieren wir uns auf drei wichtige Programmpunkte: am 13. Juli die Ausbildungsbörse zum Portal "das-mache-ich.de", am 25./26. September der zweite "Innosecure"-Kongress und ein erstmaliges Kooperationsprojekt mit der Technischen Akademie Wuppertal für Nachwuchs-Führungskräfte in der Produktion. Hier befinden wir uns noch in der Ausarbeitung des Programms. Es wird produktionsbezogene Seminarmodule geben, die mit einer Projektarbeit im Betrieb verbunden sind. Und vor allem sollen die Zusammenarbeit der Teilnehmer und der betriebsübergreifende Austausch ermöglicht werden, das ist der Kern unserer Arbeit als Netzwerk. Die "Innosecure" war im vergangenen Jahr mit rund 200 Teilnehmern bereits gut besucht. Sie ist ein wichtiger Baustein, die Innovation der Region und ihrer Unternehmen darzustellen. 2012 war zum Beispiel die "Near Field Communication" (NFC) ein wichtiges Thema, das uns auch in Zukunft begleiten wird. Grob gesagt geht es dabei um die Frage, wie der klassische Schlüssel künftig durch Schlüsselfunktionen auf dem Smartphone ergänzt wird. Das beschäftigt viele Unternehmen in der Region.

Damit sprechen Sie bereits einen wichtigen Aspekt der Vereinsarbeit an, die Forschung. Wie zufrieden sind Sie mit dem Entwicklungsstand der wissenschaftlichen Unterstützung, also des Campus Velbert/Heiligenhaus und des Instituts für Sicherungssysteme? Ist Ihnen der verzögerte Neubau auf dem ehemaligen Kiekert-Areal in Heiligenhaus ein Dorn im Auge?

Enge Klar sahen die Planungen eine frühere Realisation des Hochschul-Neubaus vor. Aber inzwischen ist der Baubeginn absehbar und viel wichtiger ist ohnehin die inhaltliche Weiterentwicklung des Hochschulstandortes. Und dort erleben wir derzeit nur Erfolge, freuen uns darauf, dass in diesem Jahr der erste Jahrgang sein Studium abschließen wird. Der Hochschule ist es gelungen, inzwischen 80 kooperierende Firmen zu akquirieren, auch das ist ein toller Erfolg. Mit dem Institut für Sicherungssysteme erleben wir ebenfalls eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, nicht zuletzt bei der "Innosecure". Gemeinsam wird es uns gelingen, den Kompetenzstandort überregional bekanntzumachen.

Dafür wäre ja eine verkehrstechnisch noch bessere Anbindung nicht schlecht, Stichwort A44. Kann man hier im Laufe des Jahres weitere Aktionen wie die in 2012 erwarten?

Enge Konkret geplant haben wir da nichts, zumal wir durchaus wahrnehmen, dass es mit dem Bau vorangeht. Unsere grundsätzliche Haltung zur A44 hat sich seither nicht verändert, wir erachten den Lückenschluss für ein regionalwirtschaftlich bedeutsames Thema.

STEFAN MÜLDERS FÜHRTE DAS INTERVIEW.

(stemu)
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