In der Oberilp übt der Kochnachwuchs

Heiligenhaus : In der Oberilp übt der Kochnachwuchs

Gemeinsam kochen und schlemmen – eine Idee der Bleibergquelle und der Diakonie bringt Menschen zusammen.

Hochkonzentriert sitzen die jungen Oberilper am Tisch. Es müssen Paprikaschoten geschnitten werden, ebenso wie Knoblauchzehen, Gurken, Pilze und Tomaten. Auch die Zwiebeln sind für die kleinen Profis kein Problem. Hier kocht der Oberilper Nachwuchs regelmäßig leckeres Essen: Am Mittwoch bereiteten sie Ratatouille zu und für den Nachtisch brachten sie einen Obstsalat auf den Tisch – ohne viel Hilfe der „Großen“.

Die Großen, das sind Robin, Nadine, Sarah, Veronique, Büsra und Dina, sie sind Studentinnen am Berufskolleg Bleibergquelle und werden dort zu Erzieherinnen ausgebildet, das Kochprojekt ist für sie Unterricht in Projektform, aber doch irgendwie mehr als das. „Die Kinder machen viel alleine, wir helfen nur ein bisschen“, sagt Robin. Das heißt, auch verantwortungsbewusst mit dem Messer zu hantieren und die Kochplatte zu benutzen. So manches Kind habe das noch nie gemacht. „Es geht darum, den Kindern Selbstbewusstsein mit zu geben. Aber vor allem auch um gesundes Essen aus frischen Nahrungsmitteln.“ An zehn Terminen immer mittwochs für zwei Stunden laden die angehenden Erzieherinnen die insgesamt 14 Oberilper Kinder zu einer ganz besonderen Kochrunde ein. Wenngleich sie auch betonen, dass die Kinder viel alleine machen, den Rahmen müssen die Studentinnen selbst schaffen.

Zu ihren Aufgaben gehört aber auch, die Rahmenbedingungen zu schaffen, einzig die Räumlichkeiten, im Kundenbüro der Sahle Wohnen an der Harzstraße, sind vorgegeben, hier dürfen sie einen Raum und die Küche nutzen, alles andere müssen sie selbst gestalten. Und dazu gehört auch die Akquise von Sponsoren. „Wir haben mit dem Realmarkt und dem Net-Market zwei Unterstützer, die uns mit frischen Lebensmitteln helfen, denn der Fokus liegt auf frischen und gesunden Lebensmitteln“, sagt Robin.

Auch bei den teilnehmenden Kindern mussten sie selbst Werbung für ihre Idee machen. Das Projekt ist dabei zwar Unterricht, aber doch irgendwie mehr. „Für mich sind die leuchtenden Kinderaugen eine größere Bestätigung als eine gute Note“, sagt Robin. Und so wie ihre Kolleginnen geschäftig um die Kinder herumschwirren, um ihnen das Kocherlebnis so gut wie möglich präsentieren zu können, gilt das auch für sie. Das Kinderkoch-Projekt gibt es dabei seit elf Jahren. Ein Projekt, das auch in der Oberilp Tradition hat, wie Elisabeth Selter-Chow von der Bergischen Diakonie verrät, sie betreut das Projekt. Ihr es wichtig, dass die Studierenden in die Stadtteile gehen und mit den Kindern direkt vor Ort arbeiten. Gerade in einem Stadtteil wie der Oberilp sei es wichtig, die Kinder aus vielen Herkunfsfamilien an einen Tisch zu setzen.

Den Studentinnen ist dabei der spielerische Aspekt wichtig, sie haben kurzerhand das bekannte Rate-Spiel „Welches Gemüse bin ich?“ erfunden und das kommt bei den Kindern gut an. „Als wir zu Beginn gefragt haben, was die Kinder überhaupt nicht mögen, kam öfter die pauschale Antwort ‚Gemüse‘, das hat sich zwischenzeitlich ein bisschen geändert“, freuen sich die angehende Erzieherinnen.

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